Aachener Oberbürgermeister empfängt zu Neujahr Handwerker im Rathaus

Neujahrsempfang in Aachener Rathaus : Philipp wirbt für bessere Diskussionskultur

Die Verwaltung hat viel geschafft, aber viel zu tun ist natürlich trotzdem noch: So lässt sich zusammenfassen, was Oberbürgermeister Marcel Philipp in seiner Ansprache zum traditionellen Neujahrsempfang gesagt hat.

Zufrieden zeigte sich Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp mit dem, was die Stadtverwaltung im vergangenen Jahr geschafft hat: In die Themen Digitalisierung und Mobilität habe man viele Ressourcen investiert und auch schon viel erreicht: „Das ist für die Bürger teilweise auch schon sichtbar und spürbar.“ Die Projekte Marktliner und Elektrifizierung beziehungsweise Umrüstung der Aseag-Flotte seien auf den Weg gebracht. Die E-Bike-Stationen von Velocity würden mehr. „Das sind wirklich große Themen für uns“, betonte Philipp. „Wir merken, was wir schaffen können. Wir merken aber auch, dass wir erst ganz am Anfang stehen.“ Das Umstellen der Mobilität in Aachen sei ein unglaublich intensiver Prozess.

Für das junge Jahr 2019 merkte Philipp an: „Wir glauben, dass wir Dieselfahrverbote verhindern können.“ Wichtig sei nun, die Qualität der Innenstadt zu verbessern, ob nun in Sachen Büchel oder Bushof – und vor allem die Diskussion um die Entwicklung der Innenstadt. „Etwas stimmt nicht so ganz in der Diskussionskultur“, mahnte Philipp, es habe sich teilweise ein verheerender Stil entwickelt. Leute empörten sich, ohne tief in die Thematik einzusteigen. „Die Empörung ist eine Emotion, die Oberflächlichkeit kaschiert“, sagt Philipp. Unter diesen Umständen sei die Fortentwicklung der Stadt schwierig. „Der Büchel wird so kein Gewinnerthema. Für keinen von uns.“

Oberbürgermeister fordert Mut

Er ermunterte die Kommunalpolitiker, sich positiv mit den „faszinierenden Aufgaben“ auseinanderzusetzen. Er warb dafür, mutig zu sein, die Regio-Tram auf den Weg zu bringen und auch für die Stadtbibliothek und die VHS ein gutes, neues Zuhause im Stadtzentrum zu finden. Er schlug vor, die Einfahrt zum Parkhaus Couvenstraße zu verlegen und somit die Couvenstraße und die Peterstraße ein wenig vom Autoverkehr zu entlasten.

Kreishandwerksmeister Herbert May wies in seiner Rede ebenfalls darauf hin, dass die Diskussionskultur verbesserungswürdig ist: „Wir müssen mehr miteinander reden. Viele Leute fühlen sich nicht mitgenommen“, sagte er. Er warnte unter anderem eindringlich vor den Dieselfahrverboten, die in seinen Augen eine „Existenzbedrohung und eine faktische Enteignung von Handwerksbetrieben“ bedeute. Von der Stadt forderte er außerdem, sich um einen Abbau von Bürokratie.

Philipp sagte, dass nichts von den Dingen, die man an diesem Morgen besprochen habe, wirklich neu sei. „Aber wir brauchen den Mut, uns klare Ziele zu setzen und die Umsetzung zügig anzugehen.“

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