Aachener Mundart im Aufschwung

Platt-Wettbewerb der Schulen : Prima Perspektiven für die Mundart

„Es ist euch anzumerken, dass ihr gerne singt“, kommentierte Dr. Karl Allgaier, Vorstand des Vereins Öcher Platt, als die Mädchen der Klasse 4b der Domsingschule ihre Darbietung zum Besten gaben. Ihr „Alaaf et Öcher Schängche“ hat der Jury beim diesjährigen Öcher-Platt-Wettbewerb besonders gut gefallen und wurde entsprechend mit dem ersten Platz bei der Gruppenbewertung belohnt. Aber eigentlich soll es gar nicht so sehr um Preise gehen, hatte Allgaier zuvor betont. Wichtig sei der Spaß an der Sache, am Öcher Platt also, und so könnten sich alle Teilnehmer als Gewinner betrachten.

„Und gerade diejenigen, die sich bei der Kategorie Einzelvorträge alleine auf die Bühne wagen, verdienen ganz besonderes Lob“, meinte er weiter. Die eigens aufgestellte Bühne im Forum der Sparkasse war zwar nicht besonders hoch, aber Dank der knallroten Farbe ganz besonders auffällig. „Und sich hierhin zu stellen und auf Öcher Platt zu rezitieren, das erfordert schon einen großen Mut“, war Allgaier überzeugt.

Der Nachwuchs machte seine Sache dann sehr gut und führte ganz nebenbei vor, wie vielfältig Öcher Platt sein kann. Ob gesungen, gesprochen oder als kleine szenische Darbietung: Die unterschiedlichen Beiträge kamen jeweils sehr gut an.

Mit einem Augenzwinkern führte die GGS Laurensberg vor, wie auf Öcher Platt zu zählen ist. Und auch rückwärts sei das kein Problem, meinte ein Mädchen selbstbewusst und begann zur allgemeinen Erheiterung mit dem Rücken zum Publikum zu zählen.

Für die Kinder von der Förderschule am Rödgerbach ist das ganz sicher eine ganz besondere Herausforderung. Sie wurden für ihren Beitrag „Vür sönd Öcher Jonge, Öcher Mäddchere“ bei der Gruppenbewertung mit dem dritten Platz belohnt. Den zweiten Platz belegte hier die reine Jungenklasse 4a der Domsingschule.

Und auch bei den anderen Kategorien spielte die Förderschule durchaus eine wichtige Rolle. Bei den Einzelvorträgen der Primarstufe belegte Moritz Meyer, Domsingschule, mit „Festäng een Oche“ den ersten Platz. Adriano Roderburg, Förderschule am Rödgerbach, erreichte mit „Minge 2. Versöck“ den zweiten Platz und Platz drei ging an Kiana Reiter, Domsingschule. Ihr Beitrag lautete „Oolefant än Muus“.

Bei den Einzelvorträgen der Sekundarstufe gab es folgende Ergebnisse: Julius Philipp, Pius-Gymnasium, überzeugte mit „Et Meästerstöck“ und belegte so den ersten Platz. Platz zwei ging an Amal Guesassi, Förderschule am Rödgerbach („Vaweäje Jenoss“) und Iris Velichkor, Förderschule am Rödgerbach, konnte sich über den dritten Platz freuen („Wenn dat mär jot jeäht“).

Allgaier lobte zudem ganz ausdrücklich auch den Einsatz der Lehrerinnen und der Lehrer, die Jahr für Jahr mit den Schülern trainieren und wesentlich dazu beitragen, dass ihren Schülern das Öcher Platt vertraut ist. Besonders hervorgetan hat sich dabei Herbert K. Oprei, Thouet-Preisträger und ehemaliger Lehrer der Förderschule am Rödgerbach. Er wurde für seinen 25-jährigen Einsatz als Mundarttrainer mit einer Urkunde ausgezeichnet.

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