Aachen: Aachener Linke: „Sind schließlich nicht die SED”

Aachen: Aachener Linke: „Sind schließlich nicht die SED”

Das wird ein heißer Tanz. Für diese Prognose braucht man kein Prophet zu sein. Am 13. Juni werden wie berichtet erneut die beiden Flügel der Linkspartei aufeinander losgelassen, um abermals zu versuchen, eine Kandidatenliste für den Stadtrat sowie einen OB-Kandidaten aufzustellen.

Dass diese Veranstaltung zu einer Zerreißprobe für die dann ganz genau zwei Jahre junge Partei werden wird, das weiß auch Kreisparteisprecher Darius Dunker.

Vorab, so bekundete er am Dienstag, soll ein Gespräch der beiden Flügel - der eher gemäßigte Reformerflügel und der stark nach links tendierende antikapitalistische Flügel - organisiert werden.

Dunker erhofft sich davon vor allem bei der Kandidatenfrage Kompromisse, wie er am Rande der Vorstellung des Städteregionsprogramms sagte.

So richtig daran glauben kann er indes wohl auch nicht: „Ich denke, dass es zu einigen Kampfabstimmungen kommen wird.”

Derzeit überschattet der parteiinterne Streit die Vorbereitungen der Partei auf die Wahlen. Die Landesschiedskommission hatte entschieden, das Wahlergebnis von Februar zu kippen und neu wählen zu lassen.

Begründet wurde das mit fehlenden Wahlkabinen und dem chaotischen Ablauf der Veranstaltung, in deren Verlauf zahlreiche Mitglieder - insbesondere gemäßigte wie Dunker - vorzeitig nach Hause gegangen waren.

Die Begründung hatte der andere Flügel um den Ratsfraktionsvorsitzenden Marc Treude zuletzt als „konstruierte Farce” bezeichnet und sogar angedeutet, man rechne bei der kommenden Wahl mit „Tricksereien” der Gegenseite.

Solche Anwürfe wies Darius Dunker am Dienstag „aufs Schärfste” zurück.

Der Ton bleibt also unversöhnlich, was auch für die Wahlversammlung zu erwarten ist. Wobei Dunker von einer „Gruppe” innerhalb der Partei spricht, die vielleicht 30 Personen - bei 400 Mitgliedern - umfasse.

Der Parteisprecher betonte gleichzeitig, dass die Pluralität innerhalb der Linken ausdrücklich gewollt sei: „Wir sind schließlich keine Sozialistische Einheitspartei Deutschlands. Offener Dialog ist gewollt.”

Genau der könnte am 13. Juni allerdings auch zu einem irreparablen Riss durch die Partei bis hin zum endgültigen Zerwürfnis führen.

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