Aachener Künstler Josef Rother ist im Alter von 87 Jahren gestorben

Nachruf : Ein versierter Gestalter, der den Dingen auf den Grund ging

Der Aachener Künstler Josef Rother ist am vergangenen Samstag im Alter von 87 Jahren gestorben. Vor allem mit seinen außergewöhnlichen Aquarell-Techniken wurde er bekannt.

Mit seinem umfangreichen und vielseitigen Schaffen hat er sich über Jahrzehnte als ebenso kritischer wie ästhetisch versierter Künstler profiliert: Am vergangenen Samstag ist Josef Rother im Alter von 87 Jahren gestorben. Vor allem als Schöpfer experimenteller Aquarelltechniken mit unverwechselbar fließenden Strukturen, aber auch imposant-expressiver Skulpturen hat der gebürtige Schlesier – zuweilen provozierender, stets tiefgründiger Geist und Gestalter – Impulse gesetzt. In fast 200 Ausstellungen wurde sein facettenreiches Oeuvre sichtbar. Die Auseinandersetzung mit Themen wie Krieg und Frieden, Glauben und Ökologie war kennzeichnend für seine Werke.

Geboren am 20. Mai 1931 als elftes von 18 Kindern, kam Rother kurz nach dem Krieg ins Grenzland, beteiligte sich als einfacher Arbeiter im wörtlichen Sinn am Wiederaufbau. Später ging er auch im Hauptberuf als Labortechniker bei der RWTH den Dingen mit Leidenschaft auf den Grund, beschäftigte sich intensiv mit geologischen Fragestellungen, die durchaus Einfluss auf sein künstlerisches Schaffen hatten. Als Vertreter der Interessengemeinschaft Bildender Künstler (IBK) setzte er mit Weggefährten wie Heinz Tobolla, Franz Buchholz oder Irmgard Krause-Rau Akzente. Auch im hohen Alter blieb der Autodidakt erstaunlich aktiv. Zuletzt präsentierte Rother seine oft in strahlenden Farben gemalten Bilder vor allem in der Bergkirche in Kornelimünster. Vieles von ihm wird also bleiben, auch wenn der Vater von drei Kindern und drei Enkeln keine eigene Grabstätte gewünscht hat. Josef Rothers Asche soll nun anonym auf dem Waldfriedhof verstreut werden, eine Feier zu seinem Gedächtnis findet im Familienkreis statt.

(mh)
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