Sechs Männer festgenommen: Aachener Kripo-Ermittler klären 24 Brandstiftungen auf

Sechs Männer festgenommen: Aachener Kripo-Ermittler klären 24 Brandstiftungen auf

In zwei Dutzend Fällen von teils schweren Brandstiftungen meldet die Polizei der Städteregion Erfolge: Sechs Tatverdächtige seien festgenommen worden. In einem Fall war einem investigativ recherchierenden Journalisten ein Porsche angezündet worden.

Mit dem spektakulärsten Fall hatten es die Brandermittler des Kriminalkommissariats 11 der Aachener Kripo Mitte Oktober in Stolberg zu tun. Dort hatte nachts im Stadtteil Büsbach ein Sportwagen gebrannt. Die lodernden Flammen beschädigten auch das Wohnhaus, in dem die Bewohner schliefen.

Die Feuerwehr hatte verhindern können, dass das Haus in Brand geriet. Da die Täter schwere Verletzungen oder gar den Tod der Bewohner in Kauf genommen hatten, stufte die Staatsanwaltschaft die Tat als versuchtes Tötungsdelikt ein.

Das Opfer war ein Journalist, der investigativ in Stolberg recherchierte. Er äußerte gegenüber der Polizei einen entsprechenden Verdacht. Die Ermittler kamen so auf die Spur von nicht nur einem, sondern sogar drei Tätern. Die drei Männer aus Stolberg im Alter von 19, 30 und 50 Jahren waren bereits polizeilich in Erscheinung getreten.

Der Journalist hatte im Zusammenhang mit einer mutmaßlichen Straftat des 19-Jährigen recherchiert. Der brachte dann laut Polizei aus Rache die 30 und 50 Jahre alten Männer dazu, das Feuer an dem Sportwagen zu legen. Die beiden jüngeren Männer konnte die Polizei festnehmen. Der 50-Jährige starb vor seiner Festnahme.

Im Aachener Westen hatten rund um den Kronenberg mehr als 20 Mal Müllcontainer gebrannt. Foto: Polizei Aachen

„Bei den Ermittlungen kam heraus, dass der 19-Jährige den Auftrag zu der Brandstiftung gegeben hatte“, sagte Polizeisprecher Paul Kemen. Der junge Mann und der 30-Jährige sitzen in Untersuchungshaft.

In Alsdorf konnte die Kripo die Brandstiftung in einer Wohnung in der Schlosserstraße von Ende Oktober aufklären. Hier nahmen die Ermittler als mutmaßliche Täter drei junge Männer im Alter von 19 und 23 Jahren fest. Alle drei stammen aus Alsdorf und waren bereits wegen verschiedener Delikte polizeilich bekannt.

Am 28\. Oktober waren sie in die Wohnung eingebrochen und hatten dort Sachen gestohlen. Um Spuren verschwinden zu lassen, legten sie in den Räumen Feuer. Alle drei sitzen mittlerweile in U-Haft.

Auch die Serie von brennenden Mülltonnen in Aachen in den vergangenen Wochen konnte aufgeklärt werden. Hier nahmen die Ermittler des Kriminalkommissariats 11 einen 32-Jährigen als Verdächtigen fest. Dem Mann aus Aachen legen die Ermittler mindestens 22 Brandstiftungen zur Last.

Zur Nachtzeit oder in den frühen Morgenstunden hatte er vor allem im Westen der Stadt im Bereich Kronenberg, Vaalser Straße, Welkenrather Straße und Johannistal Mülltonnen angezündet. Die Feuerwehr hatte in den meisten Fällen erheblichen Gebäudeschaden verhindern können. Verletzt wurde niemand.

Auf die Spur des 32-Jährigen kamen die Ermittler, als er vor ein paar Wochen in der Innenstadt einen Sonnenschirm angezündet hatte. Dabei hatte ihn ein Zeuge beobachtet.

Die Videoüberwachung am Bushof tat ihr Übriges und hatte die Tat und die Flucht des Mannes erfasst. „Der Rest war feine Ermittlungsarbeit“, sagte Polizeisprecher Paul Kemen am Mittwoch. Die Ermittler gehen nach seinen Worten davon aus, dass der 32-Jährige noch für weitere Taten in Frage kommt.

Wir berichten aktuell weiter.

(red/pol)
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