Aachener Krankenhaus gehört bald zu Universitätsklinik

Krankenhauslandschaft in Aachen : Klinikum übernimmt Franziskushospital

Erst wenige Wochen ist es her, dass die Bertelsmann Stiftung erklärte, man müsse die Hälfte der Krankenhäuser in Deutschland schließen, um eine bessere Versorgung der Patienten zu gewährleisten. In Aachen übernimmt nun das Klinikum den Betrieb des Franziskushospitals.

Angesichts der „dynamischen Veränderungen in der Krankenhauslandschaft“ wollen das Uniklinikum Aachen (UKA) und das Franziskushospital „die Weichen für eine gemeinsame und erfolgreiche Zukunft“ stellen, heißt es in einer Pressemitteilung, die das Klinikum am Dienstagnachmittag verschickt hat. Demnach strebt das UKA für den September einen Mehrheitserwerb an, ab Januar 2020 soll das Krankenhaus am Morillenhang als vollständige Betriebsstätte der Uniklinik geführt werden.

Um den Standort des Krankenhauses langfristig zu sichern sowie die bestehenden Schwerpunkte – beispielsweise Geriatrie – auszubauen, soll deren Anteil aufgestockt werden. Diese Lösung, heißt es in der Mitteilung des Klinikums, solle keine betriebsbedingten Kündigungen mit sich bringen. „Unsere Mitarbeiter liegen uns am Herzen, darum werden wir jeden einzelnen Arbeitsplatz erhalten“, sagt Alexander Weisser, Kaufmännischer Direktor des Franziskushospitals. Das Krankenhaus hat derzeit rund 380 Mitarbeiter und verfügt über 148 Betten.

Das Klinikum sei zwar weltanschaulich neutral, sagt Franziskushospital-Geschäftsführerin Heike Zimmermann, „Dennoch können sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sicher sein, dass die bisherige Wertehaltung weiterhin Bestand hat.“

„Konsequenter Schritt“

Die Zusammenarbeit zwischen UKA und Franziskushospital habe sich in den vergangenen Jahren bewährt, sagt Christoph Wagner von der Marienhaus-Gruppe. „Die Übernahme durch die Uniklinik ist nun der richtige und konsequente Schritt zur Zukunftssicherung des Hauses.“ Wie das Klinikum erklärt, soll nun das weitere Vorgehen „partnerschaftlich und konstruktiv“ geplant werden. Im Zuge des Zusammenwachsens will man Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Häuser intensiv einbeziehen. „Wir wollen den Prozess mit allen Beteiligten Schritt für Schritt gemeinsam gehen“, erklärt Heike Zimmermann.

Alle Arbeitsplätze im Franziskushospital sollen erhalten bleiben. Foto: ZVA/MICHAEL JASPERS

Das Franziskushospital, das letztlich auf die Aachenerin und Ordensschwester Josephine Koch (1815-1899) zurückgeht, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts aus der Taufe gehoben. Zehn Aachener Ärzte gründen eine Gesellschaft, um ein eigenes Krankenhaus zu betreiben. Das „Sanatorium“ entsteht dort, wo sich heute die Klinikverwaltung befindet.

In den 1950er Jahren steigen die Anforderungen an Ausstattung, Organisation und wirtschaftlichen Betrieb von Krankenhäusern drastisch. Die Franziskanerinnen von der Heiligen Familie helfen den Aachener Ärzten dabei, ihr Krankenhaus auf Vordermann zu bringen. 1962 übergeben die Ärzte das Krankenhaus ganz in die Trägerschaft de der Franziskanerinnen. Unter dem neuen Träger wird die Klinik in Franziskushospital umbenannt. Das Franziskushospital war zuletzt ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung. Die Franziskanerinnen hatten ihre Einrichtungen Ende 2011 in die Marienhaus-Stiftung überführt.

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