Aachener Kneipen-Turnier zugunsten von Hilfseinrichtungen

Fußball für den guten Zweck : Spaßfaktor stand vor Erfolg

„Fußball ist Leidenschaft“, meint Jamal Sobeh, und mit eben dieser Leidenschaft setzten die insgesamt sechs Mannschaften beim 4. Aachener Lokalpokal ihr Turnier fort, auch wenn es zwischendurch in Strömen regnete.

Immerhin waren die Spielerinnen und Spieler wieder einmal für den guten Zweck angetreten: Zwischen 600 und 700 Euro kamen dabei diesmal an Spendengeldern zusammen. Damit sollen das Café Plattform und eine Lehrerin in Syrien unterstützt werden. Das Schicksal der syrischen Kinder liegt Jamal Sobeh ganz besonders am Herzen. Sie sollen durch die kleine Finanzspritze Hoffnung und Kraft schöpfen.

Ansonsten spielte aber auch der Spaßfaktor beim Turnier eine erhebliche Rolle. Fünf von Aachens bekannteste Kneipen hatten jeweils eine Mannschaft gestellt, und außerdem spielte auch ein Team mit, das sich aus Flüchtlingen zusammensetze. Mohamadrezi Barbari spielt zum vierten Mal beim Turnier mit und nimmt die Sache sehr ernst. „Wir wollen gewinnen“, sagte er zu Beginn, und dass das diesmal dann auch gelang, dürfte ihn und seine Mannschaft gefreut haben. Barbari kam vor fünf Jahren als Flüchtling nach Deutschland und hat sich inzwischen gut zurecht gefunden. „Am Anfang war es sehr schwer“, erinnert er sich, aber inzwischen studiert er an der Katho Soziale Arbeit und schaut mit Optimismus in die Zukunft.

Tanja Viess und ihre Freundin standen für das Café Kittel auf dem Platz. „Wir sind zum ersten Mal dabei“, sagten sie. Sie schätzen die besondere Atmosphäre und das Flair am Turniertag. „Wir kennen uns alle untereinander“, sagt Tanja Viess, die im Café Kittel kellnert. „Und nach diesem Turnier werden wir uns sicher auch gegenseitig besuchen“, fügte sie noch hinzu. Vor ein paar Wochen hat sie gemeinsam mit ihrer Mannschaft begonnen, sich auf den Lokalpokal vorzubereiten. Denn so ganz unvorbereitet wollte sich offenbar niemand auf den Platz stellen. Jede Mannschaft musste mindestens eine Frau in ihren Reihen haben. Für Tanja Viess war es eine Selbstverständlichkeit, anzutreten und die Aufschrift „Fiese Möpp“ auf ihrem Trikot zeigte, mit wie viel Humor und guter Laune sie bei der Sache war.

Gemeinsam etwas für den guten Zweck zu tun, war allen gleichermaßen ein großes Anliegen. Neben dem Café Kittel waren der Domkeller, das Last Exit, Café und Bar Zuhause und der Club Voltaire vertreten. Für die Organisation waren Jamal Sobeh und Aike Jeutes verantwortlich. Sobeh arbeitet als Psychologe am Betlehem-Krankenhaus in Stolberg und setzt sich schon seit geraumer Zeit für geflüchtete Menschen ein. Gemeinsam mit Aike Jeutes entwickelte er die Idee eines Benefiz-Fußballturniers, mit dem sie jetzt zum wiederholten Mal obdachlose Menschen (Café Plattform) und Schulkinder in Syrien unterstützen.

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