Aachener Kinder erlernen ein Musikinstrument

Jubiläum einer Streicherklasse: Das Geigenspiel ist mehr als nur musikalische Erziehung

Wenn man ein Instrument lernt, dann geht das über das reine Musizieren hinaus. Kinder verbessern ihr Selbstwertgefühl und lernen – wenn sie zusammen spielen – was Gemeinschaft bedeutet. Genau darum geht es in einem Projekt der Grundschule Schönforst.

Wenn 70 Kinder musizieren, dann berührt das nicht nur Eltern. Der Klang von dutzenden, gut gespielten, Geigen, Cellos und Bässen ist beeindruckend. So auch bei der Feier in der Ganztagsgrundschule Schönforst (GGS) anlässlich des zehnjährigen Bestehens der sogenannten „Streicher? Klasse!“. Als erste Schule Aachens gründete die Schule am Schwalbenweg 2009 ein Musikprojekt für interessierte  Schüler. In Kooperation mit der Musikschule der Stadt können die Schulkinder zweimal die Woche Musikunterricht nehmen, um ein Streichinstrument zu lernen. „Uns ist die kulturelle Bildung der Kinder sehr wichtig“, erklärte Schulleiterin Lea Hütten. Und die Streicherklasse sei Grundstein ihres kulturellen Bildungskonzepts. Dieses habe ihnen 2015 sogar den „Mixed Up“-Länderpreis Nordrhein-Westfalen eingebracht. Dieser zeichnet besonders gelungene Modelle kultureller Bildungsangebote an Schulen aus.

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens lobte auch Ministerpräsident Armin Laschet das Projekt. „Hier werden Kinder nach ihrer individuellen Begabung und Bedürfnissen gefördert“, machte Laschet deutlich. Schulleiterin Hütten erläuterte das Potenzial musikalischer Erziehung: neben verbessertem Selbstwertgefühl schenke das Musizieren den Kindern essenzielle Erfahrungen in der Gemeinschaft. Rund 1000 Kinder konnten in den vergangenen Jahren durch die Streicherklasse Instrumente erlernen, sagte Illa Tönnies, eine der drei Lehrerinnen und Fachbereichsleiterin der Musikschule.

Das Programm aufzubauen, sei jedoch kein Leichtes gewesen, unterstrich Tönnies. Alles habe „mit einem Haufen Instrumente“ angefangen, den die Musikschule zur Grundschule gebracht habe. Daraus sei dann in Kooperation mit der ehemaligen Schulleiterin Magret Ortstein mehr entstanden. „Die GGS hat damals ein unglaubliches Geschenk bekommen!“, betonte Ortstein, die ebenfalls an der Jubiläumsfeier teilnahm.

Dieses Geschenk kostete jedoch auch einiges an Geld – tut es immer noch. Da es keinen festen Fördertopf für Projekte dieser Art gebe, sei die Schule weitern auf Spenden angewiesen, erklärte Hütten. Alle zeigten sich jedoch optimistisch, dass das Projekt weiterlaufen kann.

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