Aachen: Aachener Jobber wollen anderen die Arbeit abnehmen

Aachen: Aachener Jobber wollen anderen die Arbeit abnehmen

Keine Lust den Rasen im Garten selbst zu mähen? Oder im Winter den Schnee vom eigenen Gehweg zu kehren? Oder brauchen Sie vielleicht Tickets für ein Konzert — wollen aber nicht stundenlang in der Schlange vor dem Kartenhäuschen stehen?

Dann brauchen Sie jemanden, der diesen Job übernimmt. Schnelle Hilfe gibt es für Aachener seit ein paar Wochen auf der Internetseite jobaix.de. Dort können Privatpersonen ihre Fähigkeiten anbieten und Jobs finden. Aber auch Unternehmen dürfen Jobs inserieren.

Hat die Internetseite „jobaix“ entwickelt: der Aachener Schüler Christopher Runte.

Erfinder von „jobaix“ — zusammengesetzt ist der Name aus „Job“ und „Aix la Chapelle“ — ist Christopher Runte, der die Website gemeinsam mit Dominik Funken und Fabian Crott entwickelte. Die drei Schüler vom Aachener Pius-Gymnasium nahmen vor einem Jahr am Deutschen Gründerpreis für Schüler teil, einem Wettbewerb für fiktive Unternehmensgründungen — und landeten mit ihrer Idee in Aachen prompt auf Platz eins. Doch bei der Idee blieb es nicht. Ein Jahr lang tüftelten die Schüler an dem Internetportal, bis es schließlich im Oktober dieses Jahres online ging.

Christopher Runte erklärt die Idee dahinter so: „Es ist die klassische Situation: Das Fahrrad ist kaputt und das Hinterrad muss gewechselt werden. Wenn ich nicht weiß, wie das geht, kann ich entweder zum Experten in den Fahrradladen gehen und viel Geld ausgeben, oder ich frage jemanden aus meiner Gegend, der sich auskennt und es günstiger repariert.“ Letzteres findet sich dann bei job-aix.

Mehr als 60 Profile

Mehr als 60 Jobber-Profile gibt es bereits auf der Internetplattform. Hinter vielen Profilen verbergen sich Schüler, die sich ein Zubrot verdienen wollen. Aber auch ältere Erwachsene haben sich angemeldet und bieten ihre Hilfe an — vom Umzug und Transport über Gartenarbeiten, Kinderbetreuung und Nachhilfe, bis hin zu handwerklichen Tätigkeiten und Problemen mit dem Computer.

„Es gibt viele Leute, die händeringend kleine Jobs suchen. Jobaix hat eine große Bandbreite und ist sehr vielseitig. Davon profitieren die Nutzer“, sagt der 18-Jährige. „Solch ein Internetangebot gibt es bislang nur deutschlandweit, aber nicht lokal begrenzt und mit einem regionalen Ansatz, wie wir ihn haben.“

Doch wie funktioniert jobaix genau? Brauche ich jemanden, der meine Gartenhecke schneiden soll, suche ich bei jobaix einen Jobber aus, der Gartenarbeiten anbietet. Über einen Email-Code kann ich mit dem Jobber — der sein Profil mit einem Nicknamen versehen oder komplett anonymisieren kann — in Verbindung treten.

Jobgeber und Jobber einigen sich dann auf einen Lohn für die zu leistende Arbeit. Jobaix erhält für die Vermittlung eine Gebühr in Höhe von zwei Euro vom Jobgeber. Geht die Anfrage an einen Jobber von einem Unternehmen aus, werden fünf Euro für das Unternehmen fällig.

Jobber bewerten

Im Anschluss kann die Arbeit des Jobbers online anhand eines Fragebogens bewertet werden: Wie zuverlässig war dein Jobber? Oder: Brachte der Jobber die für den Job notwendigen Fähigkeiten mit? Andere potenzielle Jobgeber können sich an den Bewertungen orientieren.

„Das macht jobaix sicherer und vertrauenswürdiger“, sagt Runte. Von Vorteil für das Funktionieren des Internetportals, ist Runte überzeugt, sei die Mischung aus Studenten, Berufstätigen und älteren Menschen in der Stadt Aachen.

Bis die Plattform richtig läuft, braucht es noch mehr Jobber und mehr Bewertungen. Runte ist optimistisch, dass das nur eine Frage der Zeit ist.

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