Aachener Innenstadt: Bereiche für Handel schrumpfen

Neue Studie : Einkaufsstadt Aachen schrumpft

Ein neuer gewerblicher Mietspiegel stellt Geschäftslagen in Aachen ein verheerendes Zeugnis aus. Ganze Straßenzüge und Fußgängerzonen seien „nicht mehr einzelhandelsrelevant“. Außerdem gibt es zu viele Leerstände.

Der neue gewerbliche Mietspiegel stellt der Geschäftswelt in der Aachener Innenstadt ein verheerendes Zeugnis aus. Erstmals seit Beginn der jährlichen Erhebung wurden jetzt ganze Straßenzüge, darunter der größte Teil des inneren Grabenrings, als „einzelhandelsrelevante Lagen“ aus dem Mietspiegel gestrichen. Betroffen sind aber ebenso zentrale Einkaufspassagen und Fußgängerzonen, die inzwischen nahezu ausgestorben sind.

Seit dem Jahr 1990 analysieren die Initiative Aachen und ein hochkarätig besetzter Gutachterausschuss den gewerblichen Immobilienmarkt Aachens und der Region. Die Beurteilung hat erheblichen Einfluss auf Immobilienwerte, erzielbare Mieten sowie Einstufungen von Immobilien bei Banken und den Finanzämtern.

„Die sichtbaren und wenig vorteilhaften Veränderungen der Aachener City haben nicht nur Auswirkungen auf das Shopping-Angebot, sondern auch auf die Einzelhandelsimmobilien und die damit verbunden Lagen“, erklärte die Geschäftsführerin der Initiative Aachen, Andrea Trebschuh. Sinkende Passantenfrequenz, schwächere Dichte des Geschäftsbesatzes, unvorteilhafter Branchenmix, höherer Filialisierungsgrad, steigende Ladenleerstände und niedrige Objektqualitäten führten als Hauptfaktoren zu der Herabstufung.

„Deshalb konnten die Experten in diesem Jahr verschiedene Lagen nicht mehr als einzelhandelsrelevant im Sinne einer innerstädtischen Lage einordnen“, sagte Trebschuh.

Manche Areale liegen kaum einen Steinwurf vom Dom entfernt. Vor allem seit Jahren stockende Großprojekte – etwa der Büchel und das verwaiste alte Hortenkaufhaus sowie leere Straßenzüge neben der Einkaufsmall Aquis Plaza auf der Einkaufsmeile Adalbertstraße – sorgen auch im Umfeld für den Abwärtstrend.

Auf Aachens meistbesuchter Flaniermeile Adalbertstraße sind nur noch vereinzelt Höchstmieten von 100 Euro pro Quadratmeter zu erzielen. Selbst mitten in der Innenstadt zahlen Mieter von Ladenlokalen immer häufiger weniger als 15 Euro pro Quadratmeter.

Trotzdem sieht die Initiative Aachen großes Potenzial in der Einkaufsstadt Aachen. „Aber jetzt müssen Weichen gestellt und Bauprojekte endlich umgesetzt werden“, sagt Trebschuh. Sonst drehe sich die Abwärtsspirale weiter.

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