Walheim: Aachener Hospizstiftung leistet wichtige Arbeit

Walheim : Aachener Hospizstiftung leistet wichtige Arbeit

„Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“. Das Zitat von Cicely Saunders, Begründerin der modernen Hospizbewegung und Palliativmedizin, bringt das auf den Punkt, auf was es den Akteuren beim Thema Hospiz geht. Nämlich darum, den letzten Lebensabschnitt eines Menschen so angenehm und würdevoll wie möglich zu gestalten.

Das ist auch das Hauptanliegen der Hospizstiftung Region Aachen, die sich dafür einsetzt, dass schwerkranke Menschen am Lebensende hervorragend palliativ-medizinisch versorgt und mitmenschlich begleitet werden.

Um das zu realisieren, werden die ambulanten Hospizdienste sowie die stationären Hospize in der Region Aachen gefördert und in ihrer täglichen Arbeit unterstützt. Das Hospiz am Iterbach, welches im Juli 2015 nach einer Kernsanierung des Gebäudes an der Eisenhütte nahe der Monschauer Straße neu eröffnete, stellt insgesamt 14 Plätze für Gäste und ihre Angehörigen zur Verfügung.

„Uns ist es in der täglichen Begleitung besonders wichtig, dass die Wünsche des Gastes stets im Mittelpunkt stehen. Das Hospiz möchte ein Zuhause werden und ein Ort der Geborgenheit sein, an dem schwerkranke Menschen bis zum letzten Augenblick in einer warmen und ruhigen Atmosphäre lachen, weinen, leben und sterben können“, erzählt Stéphanie Hammer. Sie kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit bei der Hospizstiftung.

Und sie betont: „Die Integration von Krankheit und Tod in das Leben ist uns eine Herzensangelegenheit. Gerade in den letzten Wochen des Lebens möchten Familien so viel Zeit wie möglich in einem würdevollen Rahmen miteinander verbringen.“

Im vergangenen Jahr gab es 142 Neuaufnahmen, die durchschnittliche Belegung lag bei 13 Gästen pro Tag. Das Alter der Gäste reichte von 37 bis 99 Jahren und im Schnitt lag die Verweildauer im Hospiz bei 28,2 Tagen. Simon Kluge, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Home Care und der Hospizstiftung weiß, dass viele Menschen Vorbehalte und Ängste gegenüber einem Hospiz haben.

„Der Tod wird häufig immer noch tabuisiert, dabei ist es von großer Bedeutung, dass er endlich in der Gesellschaft bewusst wahrgenommen wird. Viele Leute verbinden mit einem Hospiz ausschließlich mulmige Gefühle, was aber völlig irrational ist. Hier wird ebenfalls gelacht, aber genauso werden ganz offen andere Emotionen gezeigt. Alles was hier passiert, wird mit viel Liebe gestaltet.“

Neben einem festen Mitarbeiterstamm kümmern sich 24 Ehrenamtler um die Gäste. Die Auslastung ist konstant auf einem sehr hohen Niveau und die Zimmer sind so gut wie immer durchgehend belegt. Neben dem Umsorgen und Begleiten der dort lebenden Menschen, spielt allerdings auch die Finanzierung eine große Rolle. Als erstes Projekt hat die Hospizstiftung Region Aachen die Finanzierung des Kaufs und Umbaus der ehemaligen Itertalklinik übernommen.

Durch Spendeneinnahmen gewährleistet

Die Hospizstiftung übernimmt die Aufgabe, die notwendigen Eigenmittel durch Spendeneinnahmen zu gewährleisten. Von den anteiligen Kosten für das Hospiz müssen 3,2 Millionen Euro aus Spenden oder Zustiftungen finanziert werden. Bisher konnten bereits 2,3 Millionen Euro eingeworben werden. Das liegt unter anderem auch daran, dass sich immer mehr Bürgerinnen und Bürger für die Einrichtung interessieren und sie im Rahmen von diversen Aktionen unterstützen.

So wie auch Michael Nobis von der Bäckerei Nobis, der durch die dritte „Poschweck-Aktion“ 3000 Euro für den guten Zweck sammelte. „Wir hatten an Ostern erneut die Aktion, dass von jedem verkauften Poschweck ein Euro der Hospizstiftung zugute kommt. Hier wird wirklich tolle Arbeit geleistet. Und da war es uns ein besonderes Anliegen zu helfen. Es war zwar richtig kalt, aber das hat keinen davon abgehalten, draußen Poschwecks zu verkaufen und mit den Bürgern direkt ins Gespräch zu kommen und sie über den Hintergrund der Aktion zu informieren.“

Ulla Schmidt, Kuratoriumsvorsitzende der Hospizstiftung und Mitglied des Deutschen Bundestages, oder auch Oberbürgermeister Marcel Philipp, verkauften selbst einige der leckeren Brote. „All das sind Gesten und Aktionen, die deutlich machen, dass dem Thema Sterben und Tod Stück für Stück die Schwere genommen wird, was uns sehr freut. Der Dank gilt all denjenigen, die sich ganz bewusst dafür einsetzen, dass die Würde des Menschen bis zuletzt unantastbar bleibt“, resümiert Stéphanie Hammer. In vielfacher Hinsicht schließt sich hier der Kreis.

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