Aachener Hof wird am 21. Juni wieder zur Konzertarena

Kultur in Aachen : Schwof am Hof mit feinsten Tönen zur „Fête de la Musique“

D’accord: Auch der längste Tag des Jahres passt eben nur einmal in den Terminkalender – ein Grund mehr, ihm zumindest ein Viertel seiner Zeit für ein Live-Spektakel erster Güte am vielleicht schönsten Platz der Stadt zu widmen. Sechs Stunden lang laden die Gastronomen vom Hof am Freitag, 21. Juni, zur „Fête de la Musique“ rings ums pittoreske Säulengelände im Herzen der Altstadt ein.

Ab 16 Uhr geben sich fünf Solisten respektive Formationen ein Stelldichein, um dem Aachener Kultursommer einen klangvollen Empfang zu bereiten. Und nicht von ungefähr war der erste charmant-melodiöse Akzent schon bei der verbalen Ouvertüre zum neuerlichen Open-air-Reigen zu vernehmen.

„In meiner Heimat Frankreich steht der 21. Juni bereits seit 37 Jahren ganz im Zeichen der Musik“, verriet Virginie Crossouard, Mitarbeiterin des Institut Français, die das Konzertprogramm mit Milos Sous vom Domkeller sowie dessen gastronomischen Nachbarn – Café zum Mohren, Living Room, Dinette, Masuto Hof 12 und Luigi’s Pizza – sowie den Teams aus dem Jugendkultur-Café Pinu’u und dem „Zeitfenster“ der Pfarrgemeinschaft Franziska von Aachen initiiert hat. Inzwischen zögen auch in vielen deutschen Städten bunte Truppen los, um zur Sonnenwende gemeinsam zu musizieren. Bereits seit 2011 war die „Fête“ bislang alljährlich auch im Gartenhaus des Instituts an der Theaterstraße zu erleben.

Eingeläutet wird das lockere Tête-à-Tête, erstmals zwischen Kaiserbad und Dom und damit auch als gediegene Fortsetzung der traditionellen sommerlichen Konzertstafette an den Säulen, von einem Lokalmatadoren, der in jüngster Zeit weit über Aachen hinaus bekannt geworden ist: Der Aachener Sänger und Songwriter David Spencer trifft zur besten Nachmittagsstunde auf Sophie Knops aus Mönchengladbach, die als exzellente und stimmgewaltige Gitarristin für einen gefühlvoll groovenden Mix aus Folk, Pop und Blues steht.

Eine spannende Melange aus Reggae, Rock und Ska serviert die Kölner Band Bermooda. Das Ensemble vom Rheinufer empfiehlt sich laut Sous einer stetig wachsenden Fangemeinde durch ein bestens tanzbares, rasantes Repertoire, garniert mit aufmüpfig-witzigen Verbaleinlagen. Unkonventionell-freche Dancefloor-Beats mit Keyboard, Gitarre und wilden Brass-Einlagen bringt das euregionale Quartett In Vallis zu Gehör.

Für den fulminanten Schlussakkord sorgt das Multiinstrumental-Ensemble 5 Marionettes sur Ton Théâtre. Das äußerst bühnenerprobte Trio aus Grenoble bedient Bass, Gitarre und Violine ebenso virtuos wie Akkordeon, Posaune oder Basstrommel.

Doch ohne schlagkräftige Unterstützung potenter Sponsoren kann natürlich auch diese Party nicht aufs Altstadt-Pflaster gezaubert werden, betont Milos Sous. Maßgeblich finanziert wird die Veranstaltung aus den Fördertöpfen von Stawag, NetAachen, Gewoge sowie der Jugendkulturstiftung der Sparkasse. „So können wir bis 22 Uhr wieder ein buntes Programm für die ganze Familie anbieten, und das natürlich einmal mehr zum Nulltarif“, verspricht Sous. Noch ein Grund, am längsten Tag des Jahres die richtigen Prioritäten im frühsommerlichen Freizeitkalender zu setzen.