Aachener Gynäkologe will für Brustkrebs sensibilisieren

Brustkrebsmonat Oktober : Wichtig ist selbstbestimmtes, frühzeitiges Handeln

Immer, wenn bekannt wird, dass Prominente an Krebs erkranken, wird die Krankheit wieder zum Gesprächsthema. Das reicht aber nicht. Im Brustkrebsmonat Oktober wirbt Dr. Mahmud Danaei, Gynäkologe aus Aachen, für mehr Aufklärung rund um das Thema.

Rund 70.000 Menschen erkranken nach Informationen des Robert-Koch-Instituts in Deutschland jährlich an Brustkrebs. Und 17.000 Menschen sterben jedes Jahr an dieser heimtückischen Krankheit. „In Aachen zählen wir etwa 250 bis 300 neue Erkrankungen im Jahr“, sagt der Gynäkologe Dr. Mahmud Danaei, der am Theaterplatz eine Praxis betreibt und im Marienhospital operiert. Er plädiert für einen offeneren Umgang mit der Krankheit – ob nun im Familienkreis oder unter Freunden. Und er tut das im Oktober, weil der Oktober bereits seit Jahrzehnten internationaler Brustkrebsmonat ist, ursprünglich ins Leben gerufen von der American Cancer Society. „Außerdem diagnostizieren wir im Oktober tatsächlich besonders häufig neue Brustkrebsfälle“, so Danaei.

Der Brustkrebs ist die häufigste und auch die am besten behandelbare Krebsart bei Frauen, sagt Danaei. „Es gibt mittlerweile sehr viele Möglichkeiten, zielgerichtet und individuell zu therapieren“, ergänzt seine Kollegin Miriam Kohlschein. Dabei sei wichtig, dass die Behandlungen der Patientinnen genauso unterschiedlich sein können wie die Krankheit selbst. „Wir behandeln im Grunde nicht die Krankheit, sondern Risiken“, sagt Kohlschein und erklärt: „Wenn ein Tumor nicht besonders aggressiv ist und nur langsam wächst, dann ist vielleicht gar keine Chemotherapie notwendig. Anders sieht es bei aggressiveren Tumorarten aus.“

Damit die richtige Behandlung gefunden werden kann, ist vor allem die Früherkennung wichtig. „Und das müssen Frauen einfach selbst in die Hand nehmen“, betont Danaei. Ab dem Alter von 50 Jahren haben Kassenpatientinnen alle zwei Jahre Anspruch auf ein Screening, die sogenannte Mammographie. „Für die jüngeren Frauen gibt es da noch keine Regelung“, kritisiert Danaei, „lediglich die Tastuntersuchung durch den Frauenarzt.“ Doch wenn man einen Tumor ertasten könne, dann sei er schon vergleichweise groß: „mindestens drei Zentimeter“, sagt Danaei.

Auch wenn die meisten Patientinnen im Alter von etwa 60 Jahren erkranken, so werden die betroffenen Frauen immer jünger. „Wir haben in unserer Praxis schon 22-jährige und 28-jährige Brustkrebspatientinnen behandelt“, sagt Miriam Kohlschein. In solchen Fällen sei der Krebs meist genetisch bedingt. In den allermeisten Fällen, etwa 90 Prozent, könne man aber keine genaue Ursache ausmachen.

„Fest steht aber für jede Frau, egal wie alt, dass sie durch gesunde Ernährung und genügend Bewegung ihr Krebsrisiko verringern kann“, sagt Kohlschein. Und wichtig sei auch, Hilfe vom Facharzt anzunehmen. „Viele Frauen bekommen immer noch Angst, wenn sie befürchten, an Brustkrebs erkrankt zu sein. Das ist auch normal, doch das sollte niemanden abhalten, einen Arzt aufzusuchen und sich helfen zu lassen. Aktiv gegen den Krebs vorgehen und sich nicht seinem Schicksal ergeben!“ lautet daher Danaeis Plädoyer.

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