Aachen: Aachener Generalvikariat lässt endlich die Hüllen fallen

Aachen : Aachener Generalvikariat lässt endlich die Hüllen fallen

Auch wenn Handwerker die Wege des Herrn kreuzen, können Probleme entstehen. Deshalb rechnet die Leitung des Aachener Bistums damit, dass die Sanierung beziehungsweise Erneuerung seines Generalvikariats — nach etlichen Verzögerungen — erst mit rund einjähriger Verspätung abgeschlossen werden kann.

Zuletzt war ein Übergabetermin für den Mai 2018 datiert worden. Auch dies war nicht zu halten. Noch immer stehen an mehreren Hausteilen Gerüste, noch immer wird gearbeitet — vor allem am neuen Eingangfoyer.

Dennoch: „Ab der kommenden Woche beginnt der Rückzug ins Bischöfliche Generalvikariat, der den ganzen August über andauern wird“, erklärt Anja Klingbeil von der Stabsabteilung Kommunikation des Generalvikariats. Alle Mitarbeiter waren während der Baumaßnahme ausquartiert, die im November 2015 begonnen hatte. „Die Bauzeit hat sich verzögert aufgrund von Lieferengpässen für verschiedene Gewerke, zum Beispiel im Bereich der Foyer-Erweiterung“, erläutert sie. „Zudem gestaltete sich der Aufbau der Außenfassade aufgrund der alten Bausubstanz schwierig. Ein unvorhergesehener Mehraufwand, der erst nach den Abbrucharbeiten ersichtlich wurde, war zudem auch die Sanierung der Stahlbetonstützen“, sagt die Pressesprecherin.

Die umfassende Sanierung des Baus aus dem Jahr 1959 war schon aus Brandschutzgründen überfällig. Vom ursprünglichen Generalvikariat bleiben nur der äußere Baukörper, die innere Haupttreppe sowie das kunstvolle Außenrelief aus der Hand Ludwig Schaffraths an ursprünglicher Stelle. Die Fassaden wurden mit tonnenschwerem Jura-Kalksandstein verkleidet. „Die Umbaumaßnahmen sind wirklich kompliziert — auch weil das komplette Gebäude künftig barrierefrei sein wird“, hatte Marc Morgenroth, Fachbereichsleiter Liegenschaften und Einkauf des Bistums, im Gespräch mit unserer Zeitung im November 2017 untermauert. Da wollte man schon — fast — fertig werden. Auch die beiden Aufzüge des Generalvikariats sind nun brandneu, die Schächte wurden verbreitert. Alle Etagen besitzen neue, natürlich wärmedämmende Fenster.

Sämtliche Außenmauern wurden unter der Steinfassade mit bis zu 30 Zentimeter dicken Kälteschutzpolstern ummantelt. Geheizt wird via Fernwärme der Stawag. Die komplette Elektrik des sechs Etagen hohen Gebäudes wurde ausgetauscht. 88,3 Kilometer Strom- und Datenleitungen verlegten die Experten. „Da auch die Schallschutzwerte im Gebäude miserabel waren, haben wir fast alle Wände neu setzen müssen“, so Norbert Löcker, Abteilungsleiter Technische Verwaltung des Bistums. Wann die offizielle Einweihung über die Bühne geht, steht noch nicht fest. Aber man hält am zuletzt von 13,4 auf 16 Millionen Euro gestiegenen Kostenrahmen fest. „Darin enthalten sind auch etwa Pachtzahlungen für Zwischenanmietungen“, betont Klingbeil. „Damit liegt die Maßnahme im Rahmen des anvisierten Budgets. Ein endgültiges Ergebnis zu den Kosten kann erst gezogen werden, wenn die Bau- und Umzugsphase komplett abgeschlossen ist“, sagt sie.

135 Mitarbeiter des Bistums dürfen nun die Umzugskartons packen und an ihre alte Wirkungsstätte, die generalsaniert wurde, zurückkehren. Natürlich mit Kreuz, aber schon bald ohne Handwerker.

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