Aachener feiern das 20. Multikultifest

Mulitkultifest geht zum 20. Mal über die Bühne : Ein Fest wie eine Reise um die Welt

„Wie eine Reise um die Welt ist ein Besuch auf unserem mittlerweile 20. Multikultifest“, erzählt Multikultifest-Geschäftsführer Reiner Bertrand, zugleich Geschäftsführer der Deutsch-Türkischen Gesellschaft Eurotürk. Am Sonntagmittag begrüßte er Hunderte Besucher im Kennedypark, die den Auftakt des Bühnenprogramms mit dem vietnamnesischen Löwentanz erlebten.

„Aachen ist bunt" stand auf einem Banner am Stand des Integrationsrats. Und das fasst wunderbar zusammen, was das Leben in Aachen und die Atmosphäre beim Multikultifest auszeichnet. Überall gab es etwas zu probieren, zum Beispiel Frühlingsrollen und Hähnchenspieße vom Deutsch-Vietnamnesischen Freundeskreis oder mexikanische Flautas, Tacos und Hibiskuswasser beim Verein „Mex Cultur Nuestra Raicas“. Bereits um 7 Uhr morgens hatten die vielen Helfer mit den Aufbauarbeiten begonnen, schon seit Tagen war gebacken und gekocht worden. Um kurz vor 12 Uhr war dann an rund 50 Ständen alles vorbereitet und landestypisch geschmückt.

Auf zwei Bühnen gab es Musik, Tanz und eine Modenschau unter anderem mit mexikanischer Beteiligung und folkloristischen Kostümen, die wahrlich eine Augenweide waen. Das Bühnenprogramm der feststehenden Bühne hatte die stellvertretende Vereinsvorsitzende Marie-José Dassen organisiert. Auf der zweiten, eigens aufgebauten Bühne präsentierten Jonas Heinen und sein Team von „The Base“ erstmals ein eigenes Programm. Neu dabei waren zum Beispiel die Poledancer vom Hochschulsport mit ihren akrobatischen Höchstleistungen sowie die beiden Duos „Stunde Zehn“ und „Flower is Chocolate“, die bei der Castingshow der Euregio Messe gewonnen hatten.

Für ordentlich Trommelwirbel sorgten wieder Joe Mvurah und seine afrikanischen Musiker. Karima El Barkanis Bauchtanz-Darbietungen und der vietnamnesische Strohhuttanz waren weitere Höhepunkte im Programm, das bei schönem sonnigen Wetter über die Bühne ging. Im Laufe des Tages strömten immer mehr Besucher in den Kennedypark.

Das Mulitkultifest fand erstmals in Verbindung mit dem „Tag der offenen Gesellschaft“ am Vortag im Kennedypark statt. Mehr als 300 Teilnehmer hatten sich am Samstagnachmittag an den Diskussionen an acht Tischen mit prominenten Moderatoren beteiligt. Unter anderem war Serap Güler, Staatssekretärin für Integration im NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, dabei.

„Als Fazit haben wir festgehalten, dass es wichtig ist, die Debattenkultur zu pflegen. Es waren jeweils rund ein Dutzend Leute an einem Tisch. Die Ergebnisse wurden dann auf der Bühne präsentiert“, erklärte Reiner Bertrand. Oberbürgermeister Marcel Philipp überzeugte sich persönlich vom Erfolg dieser Premiere. Er betonte, wie wichtig der Stadt eine offene Gesellschaft sei, und verlieh seinem Optimismus Ausdruck. „Wir wollen diesen Aachener Tag der Offenen Gesellschaft im nächsten Jahr wiederholen, denn er trägt erfolgreich dazu bei, Meinungsvielfalt zu bilden. Ob er wieder in direktem Zusammenhang mit dem Multikultifest stattfinden wird, werden wir noch überlegen“, verriet Bertrand.

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