Aachener Elisengarten soll im kommenden Jahr grundsaniert werden

Elisengarten : Der kleine Park bleibt eine Dauerbaustelle

Zehn Jahre nach der großen Umgestaltung bleibt der traurige Zustand des Elisengartens ein Dauerthema für die städtischen Parkpfleger. Immer wieder hat es in den vergangenen Jahren Anläufe gegeben, Planungsfehler zu beheben und dem darbenden Grün das Überleben zu sichern. Nun laufen die Vorbereitungen für die nächste größere Sanierung.

Den einst sehr ruhigen, abgeschotteten und zugewachsenen Park hinter dem Elisenbrunnen zu öffnen und freundlicher zu gestalten, war das Ziel der großen Umgestaltung, die 2006 in Auftrag gegeben und 2009 abgeschlossen wurde. Ihr Soll haben die Berliner Landschaftsarchitekten von „Lützow 7“ erfüllt, wenn nicht sogar übererfüllt, denn der Elisengarten muss seitdem weitaus mehr Zulauf verkraften als ihm gut tut. „Die starke Nutzung heute war den Planern damals vielleicht nicht so bewusst“, sagt Elfi Buchkremer vom städtischen Fachbereich Umwelt, die vor den Mitgliedern des Stadtbetriebsausschusses jetzt einen Überblick über die einzige größere Grünfläche innerhalb des Alleenrings gab.

Die Rasenflächen hatten von Anfang an keine Chance, Pflanzbeete sind plattgetrampelt, die Wegeführung wird kaum beachtet, stattdessen sind neue Pfade getreten worden. In den Boden eingelassene Metallkanten zwischen Wegen und „Grünflächen“ wurden freigespült und haben sich zu Stolperfallen entwickelt. Eigens eingebaute Treppen sind nutzlos und werden von matschigen Rampen gesäumt. Die Mängelliste ist lang. Und sie wird nicht zuletzt auch durch Großveranstaltungen wie „September Special“, „Tag der Vereine“ oder der den Aufbau der umstrittenen „Hütte 16“ beim Weihnachtsmarkt weiter verlängert.

Bisherige Nutzung beibehalten

Was tun? Das ist die Frage, mit der sich Politik und Verwaltung seit langem befassen. Inzwischen wird immer klarer, dass die intensive und aufwendige Parkpflege wohl eine Daueraufgabe bleiben wird. Dies machte auch der für den Stadtbetrieb zuständige Dezernent Markus Kremer deutlich. Im Verwaltungsvorstand herrsche die Haltung vor, die bisherige Nutzung des Elisengartens beibehalten und die kleine Anlage im Gegenzug immer wieder auch mit Sofortmaßnahmen „auffrischen“ zu wollen.

Heißt: Sowohl die Konzertbühne für das September Special als auch die „Hütte 16“ sollen trotz vielfach geäußerter Kritik von Bürgern und Politikern weiterhin einen Platz im oder am Rande des Parks finden. Die dadurch entstehenden Schäden müssten dann halt schnell beseitigt werden. Zugleich soll aber auch nach „langlebigen“ Lösungen für die Nutzung durch die vielen Parkbesucher im Alltag und gerade auch an sonnigen Tagen gesucht werden.

Den Ausführungen von Elfi Buchkremer zufolge soll demnach die Rasenpflege in diesem Jahr nochmals intensiviert werden, auch eine provisorische Begrünung mit Rollrasen ist vorgesehen, blühende Pflanzen sollen in die Beete eingesetzt und die Wege bearbeitet werden.

Sperrung im Jahr 2020

Einen weitergehenden Umbau kündigt sie für das kommende Jahr an mit einer völlig neuen Wegebefestigung, einer Umgestaltung des Hauptwegs, einem neuen Pflanzkonzept und dem Aufbau neuer Bänke. Die Beete sollen dann voraussichtlich durch kleinere Gitter oder niedrige Schwellen vor dem Zertrampeln geschützt werden.

Weil dann auch einige Erdarbeiten vorgesehen sind, müsse der Park laut Buchkremer für mindestens drei Monate gesperrt werden. Je nach Umfang der Arbeiten sei auch eine Sperrung für ein halbes Jahr denkbar. Rund 160.000 Euro sind bisher für die Nachbesserungen veranschlagt.

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