Aachen: Aachener Dom: Pufferzone vor Räumen der Ruhe

Aachen: Aachener Dom: Pufferzone vor Räumen der Ruhe

Wer den Dom zu Aachen besucht, erwartet Kunstwerke, Prunk und jahrhundertealte Geschichte — aber oft auch Ruhe und Entschleunigung. Um das noch besser zu ermöglichen, hat das Domkapitel Aachen eine Tür zwischen der Vorhalle und den liturgischen Räumen einbauen lassen.

„Die Idee dazu existierte schon seit vielen Jahren“, sagt Dombaumeister Helmut Maintz. „2010 haben wir im Rahmen eines Architektenwettbewerbs festgelegt, wie die Tür gestaltet sein soll. Jetzt wurde sie fertiggestellt und eingebaut.“

Die Schwingtür wirkt wie eine Membran zwischen der lauten Vorhalle und den Andachtsräumen. Das sorgt für eine Ruhe, die die Besucher gerade in hektischeren Tagen wie der Vorweihnachtszeit zu schätzen wissen. Doch nicht nur der Lärm reduziert sich, sondern es gelangt zudem nicht mehr so viel kalte Zugluft in den Dom.

Knifflige Aufgabe für Monteure

Der Umbau wirkt sich laut ersten Rückmeldungen der Domschweizer bereits auf das Verhalten der Besucher aus: „Sobald sie durch die Tür gegangen sind, werden sie ruhiger und nehmen die sakrale Atmosphäre deutlich besser wahr“, erklärt Maintz. Und das, obwohl die Tür von vielen gar nicht als neu wahrgenommen wird. Denn die rund 600 Kilogramm Glas und unbehandelter Stahl sind so gestaltet, dass der Besucher sie nicht als eigenständiges Element wahrnimmt. Das extra weiße Glas gewährt einen ersten Einblick von draußen — ein Unterschied zum normalen Fensterglas, das bei größerer Stärke einen leichten Grünstich aufweist.

Rund zwei Wochen dauerte der Einbau — eine knifflige Aufgabe für das Team: „Grundvoraussetzung war, dass wir nicht in die Denkmalsubstanz des Doms eingriffen“, erklärt Maintz. „Die Angelpunkte der neuen Tür sollen das alte Bauwerk an möglichst wenig Stellen berühren.“ Die Gesamtkosten für das Projekt lagen bei rund 30.000 Euro und wurden vollständig von privaten Sponsoren getragen.

Mehr von Aachener Zeitung