Aachen: Aachener Dom: 37 Millionen Euro in 30 Jahren

Aachen: Aachener Dom: 37 Millionen Euro in 30 Jahren

Für die Aachener ist ihr Dom im wahrsten Sinne des Wortes heilig. Aber nicht nur auf sie übt er eine faszinierende Wirkung aus. 1,3 Millionen Menschen aus aller Welt besuchen Jahr für Jahr den 1200 Jahre alten Aachener Dom, der seit 38 Jahren zum Weltkulturerbe zählt. Hinter dieser strahlenden Schönheit verbirgt sich jedoch jede Menge Arbeit, viele Anstrengungen sind nötig, um das historische Bauwerk in seinem guten Zustand zu erhalten.

Davon zeugt die 30-jährige Sanierungsgeschichte. Seit dem Jahr 1986 wurden — nach einer umfassenden Bestandsaufnahme — viele kleinere und größere Maßnahmen systematisch umgesetzt: Von der Stabilisierung der Statik des Doms und der Ausbesserung des Mauerwerks, über die Instandsetzung von Dächern und Dachstühlen bis hin zur Sicherung der Fenster der Chorhalle sowie der Reinigung der Mosaiken und der Sanierung der Marmorplatten. Das Ergebnis: Die Außensanierung ist fürs erste abgeschlossen. Lediglich die Bleieindeckung des Sechzehnecks wird zurzeit noch durchgeführt.

Rund 37 Millionen Euro wurden in den letzten drei Jahrzehnten aus öffentlichen Mitteln für die Sanierung zur Verfügung gestellt. Das Ende dieser 30-jährigen Ära wird nun vom 3. bis 5. Juni mit einem spannenden vom Domkapitel organisierten Domfest gefeiert. „Zum einen steht dieses Fest nach der Heiligtumsfahrt, dem 1200. Todesjahr Karls des Großen, der 600-Jahr-Feier der Chorhalle und 500 Jahren Karlsschrein in einer guten Tradition. Zum anderen möchten wir insbesondere zwei Gruppen mit diesem Fest danken: Den Handwerkern und Firmen, die in den letzten 30 Jahren die anspruchsvolle Sanierung des Doms ermöglicht haben, und den Sponsoren“, erklärt Dompropst Manfred von Holtum.

Aber natürlich sind zu dem Fest alle Bürger eingeladen. Die dreitägige Veranstaltung lockt mit einem spannenden Programm, das im und rund um den Dom stattfindet: Gottesdienste, spezielle Dombesichtigungen, Aktionen der Dombauhütte, Kabarett, Vorträge und Konzerte (siehe Infobox). Im Dom können Besucher nicht nur Oktogon und Sechzehneck sowie Chorhalle, Nikolaus-, Ungarn-, Karls-, Anna- und Matthiaskapelle besichtigen, sondern auch den Westturm und die beiden Heiligtumsfahrtskapellen bei einer Turmbesteigung. Info-Monitore zeigen an markanten Stellen Kurzfilme zu den einzelnen Sanierungsmaßnahmen.

Auf dem Domhof wird die sogenannte Dombauhütte aufgebaut. Hier geben Zimmerer, Dachdecker, Schlosser, Glaser, Steinmetze sowie Institute für die Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege ganz praktische Einblicke in die Sanierungsarbeit der letzten drei Jahrzehnte. Die Kinderdomführer zeigen zudem anhand von Modellen, wie ein gotischer Steinbogen funktioniert. „Ein Highlight ist ein Mosaikbild des Aachener Doms, das innerhalb von zwei Tagen entstehen soll“, verrät Dombaumeister Helmut Maintz. 4000 bunte Steinchen werden dann verarbeitet. Das Schöne: Jeder Besucher kann für einen Euro ein Steinchen einsetzen. Im Gegenzug wird ein Zertifikat ausgestellt. Nach dem Fest wird das Mosaikbild in Mörtel gesetzt, in der Dominformation ausgestellt und später zugunsten der Aachener Dombauhilfe versteigert.