Aachener Bürgerinitiative macht weiter mobil gegen Luisenhöfe-Pläne

Bauprojekt Luisenhöfe : Anwohner sammeln Unterschriften

Nach dem Motto „Weniger ist mehr“ bereitet die Bürgerinitiative Luisenhöfe eine Unterschriftensammlung gegen die bisher vorliegenden Bebauungspläne für den Blockinnenbereich Boxgraben, Südstraße, Reumontstraße und Mariabrunnstraße vor. Das Projekt geht jetzt in die Bürgerbeteiligung. Eine erste Informationsveranstaltung ist für Donnerstag, 14. März, angesetzt.

Dort wollen sich dann auch die Vertreter der Bürgerinitiative einfinden, die vorab bereits deutlich gemacht haben, dass sie mit den bisher vorliegenden Planungen, die das Ergebnis eines städtebaulichen Wettbewerbs sind, weiterhin nicht einverstanden sind.

Das Düsseldorfer Büro Hector 3 und die Landschaftsplaner des Kasseler Büros GTL haben sich im vergangenen Jahr als Sieger durchsetzen können. Ihre Pläne sollen somit Grundlage für die Bebauung des rund 15.000 Quadratmeter großen innerstädtischen Areals sein. Geplant sind mehrere viergeschossige Wohngebäude mit insgesamt rund 200 Wohnungen, davon etwa 30 Prozent öffentlich gefördert, Studentenappartements, kleinere Gewerbeeinheiten, eine Kita und zwei Tiefgaragen. Eine kleinere Grünfläche soll unter dem Namen „Boxpark“ erhalten werden. Verwirklicht werden soll das Projekt von der Luisenhöfe GmbH, in der sich die beiden Aachener Immobiliengesellschaften Landmarken und Aixact zusammengefunden haben.

Die Bürgerinitiative beklagt weiterhin eine zu große Baudichte. Aus ihrer Sicht sind auch die bisher schon geäußerten Vorstellungen der Anwohner nur unzureichend berücksichtigt worden. So sollte die geplante Bruttogeschossfläche von knapp 22.600 Quadratmetern auf 18.000 Quadratmeter begrenzt werden. Auch fürchtet die Initiative, dass die vermutlich höherpreisigen Wohnungen die Sozialstruktur des Viertels verändern könnten. Sie fordert daher einen Anteil des öffentlich geförderten Wohnungsbaus von 40 Prozent.

Darüber hinaus plädiert sie für den weitgehenden Erhalt der Gewerbebauten auf dem sogenannten Kaldegelände und den weitgehenden Schutz der Bäume im gesamten Gebiet. Zu guter Letzt plädiert sie für einen „autofreien Block“ und ein „zeitgemäßes Mobilitätskonzept“.

Mit der Unterschriftensammlung sollen all diese Forderungen ab sofort bekräftigt werden. Listen kursieren in den Geschäften der Nachbarschaft, unterzeichnen kann man aber auch online. Weitere Infos unter www.luisenhoefe-aachen.de.

Einzelheiten zum Projekt werden Mitarbeiter des städtischen Fachbereichs Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen in der Bürgerinformation am Donnerstag, 14. März, um 18 Uhr vorstellen. Treffpunkt ist das Verwaltungsgebäude Mozartstraße 2 bis 10, Raum 207.

Zurzeit sind auch im Foyer des Verwaltungsgebäudes Am Marschiertor, Lagerhausstraße 20, die Pläne zu dem Bauvorhaben ausgestellt. Noch bis Freitag, 12. April, kann man sich dort montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr, freitags bis 15 Uhr über die Planung informieren.

Anmerkungen können bis zum 12. April schriftlich oder mündlich zu Protokoll beim Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen, Lagerhausstraße 20, erfolgen. Weitere Infos unter www.aachen.de/bauleitplanung.

(gei)
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