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Druckverlust: Aachener Brunnen sprudeln nicht mehr

Druckverlust : Aachener Brunnen sprudeln nicht mehr

Die Stadt der sprudelnden Vielfalt leidet unter Druckverlust. Weil der Paubach nicht genügend Wasser liefert, bleiben viele Brunnen Aachens seit Monaten trocken. Das liegt nicht am niederschlagsarmen Sommer, sondern an diversen Baustellen.

„Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass wir spätestens zur kommenden Brunnensaison im Jahr 2019 wieder alle Brunnen mit ausreichend Wasser versorgen können“, sagt Stefan Herrmann vom städtischen Presseamt. Die Fehlersuche der Experten läuft seit Wochen: „Betroffen sind das Türelüre-Lißje in der Klappergasse, der Wehrhafte Schmied in der Jakobstraße und das Fischpüddelchen vor dem Aachener Dom.

Die Kollegen arbeiten daran, die Störung zu beheben. Leider konnte bis jetzt keine Ursache gefunden werden“, erklärt Stawag-Sprecherin Angeli Bhattacharyya. Probleme bereitet auch der Hühnerdieb. Hier scheint die Fehlersuche aber abgeschlossen: Der Abfluss ist offenbar defekt.

Bereits Anfang Juni mussten aufgrund der umfassenden und extrem langwierigen Kanalbaumaßnahmen in der Südstraße und einer damit verbundenen Teilerneuerung der Paubachdruckleitung alle Brunnen in der Innenstadt, die über diese Leitung versorgt werden, einige Tage von der Wasserversorgung abgeschnitten werden.

Unterirdischer Kanal: Entlang der Rennbahn rinnt kaum noch Wasser unter dem Kopfsteinpflaster. Foto: ZVA/michael jaspers

Betroffen waren die Brunnenanlage in der Kuckhoffstraße, das Türelüre-Lißje in der Klappergasse, der Wehrhafte Schmied in der Jakobstraße, das Fischpüddelchen vor dem Aachener Dom, die Mariensäule am Münsterplatz, der Karlsbrunnen am Markt sowie der Hühnerdieb am Hühnermarkt. Doch nachdem die Leitung wieder in Betrieb genommen wurde, reichte der Wasserdruck nicht mehr für alle Brunnen aus.

Karlsbrunnen auf und die Mariensäule vor dem Dom werden wieder gespeist. Andere Brunnen blieben trocken. Möglicherweise gibt es irgendwo auf der unterirdischen Paubachleitungsstrecke einen weiteren Rohrbruch. Der Kanal unter der Straße wird vom Hangeweiher gespeist. Er fließt dann entlang der Goethestraße, Mozartstraße etc. bis ins Stadtzentrum und wieder hinaus Richtung Europaplatz.

Düsen lahmgelegt: Unterhalb des Fischpüddelchens am Fischmarkt bleiben die Becken trocken. Foto: ZVA/michael jaspers

Anfang November beginnt der städtische Brunnendienst damit, die Brunnen „in den Winterschlaf" zu setzen. Insgesamt zählt Aachen übrigens nach Angaben des Presseamtes etwa 80 Brunnen, davon rund 50 im inneren Stadtgebiet. Nur drei Brunnen im Stadtgebiet sprudeln auch in den Wintermonaten weiter: der Elisenbrunnen, der Kreislauf des Geldes am Rand des Elisengartens und die Brunnenanlage am Neuen Kurhaus. Für die beiden letzteren wird über entsprechende Rohrleitungen im Winter auch die Rosenquelle mit ihrem heißen Thermalwasser angezapft, die unter dem ehemaligen „Lust for Life“-Kaufhaus liegt.

Der Elisenbrunnen wird das ganze Jahr über mit dem sehr schwefelhaltigen Wasser der Kaiserquelle betrieben – ebenfalls heiß und damit frostsicher. Stawag und Stadt wollen nun den Druck erhöhen: auch im Hinblick auf die anstehenden Reparaturarbeiten in der Stadt der sprudelnden Vielfalt.