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Aachener Ärtzin und Politikerin Waltraut Kruse stirbt mit 93 Jahren

Nachruf : Trauer um eine große Aachenerin: Waltraut Kruse ist tot

Sie war die erste Frau, die ins Amt der beigeordneten Bürgermeisterin der Stadt Aachen gewählt wurde. Als Allgemeinmedizinerin, Psychotherapeutin, Wissenschaftlerin und RWTH-Professorin hat sie enorm weitreichende Impulse gesetzt, als CDU-Kommunalpolitikerin viele Weichen für die Entwicklung ihrer Heimatstadt gestellt. Am Mittwoch ist Dr. Waltraut Kruse im Alter von 93 Jahren gestorben.

Als niedergelassene Ärztin in ihrem Geburtsort Walheim gewann Waltraut Kruse seit 1968 nicht nur das Vertrauen zahlreicher Patienten. Von 1975 bis 1984 gehörte sie dem Rat der Stadt Aachen an. 1979 wurde sie zur Bürgermeisterin gewählt, sie übte das Amt zehn Jahre lang mit großem Engagement aus.

Als Medizinerin hat sie über Jahrzehnte Maßstäbe gesetzt. 1976 rief Waltraut Kruse als Leiterin des Lehrgebiets für Allgemeinmedizin an der RWTH Aachen das Westdeutsche Psychotherapieseminar ins Leben, das bis heute als einer der wichtigsten regelmäßigen Kongresse in ihrem Fachgebiet gilt.

Die Zahl der Auszeichnungen, die ihr zuteil wurden, ist riesig. 1986 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen, 1995 erhielt sie den Goldenen Ehrenring der Stadt Aachen, 1999 den Verdienstorden des Landes NRW. Etliche weitere Würdigungen, darunter die Paracelsus-Medaille der deutschen Ärzteschaft, spiegeln ihren unablässigen Einsatz als Medizinerin. 2002 wurde Waltraut Kruse zur Ehrenbürgerin der RWTH Aachen ernannt.

„Wir verlieren mit ihr eine hoch kompetente Bürgerin, die sich in vorbildhafter Weise für das Gemeinwohl eingesetzt hat“, sagte Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp am Mittwochabend. Der Aachener Rat ehrte sie mit einer Schweigeminute. Waltraut Kruse hinterlässt vier Söhne und sieben Enkelkinder. (red)