Dirk Hoff will neue Anlaufstellen : Der neue Chef der Polizeiinspektion 1 setzt auf Bürgernähe

Seit wenigen Wochen ist Polizeioberrat Dirk Hoff neuer Leiter der Polizeiinspektion 1. Zu seinen ersten großen Aufgaben gehört der Aufbau der neuen „Anlaufstelle“ von Stadt und Polizei am Bushof im nächsten Jahr.

Eins ist Dirk Hoff schon in seinen ersten Wochen in Aachen aufgefallen: Will man die Öcher für etwas gewinnen, dann muss diese Sache Hand und Fuß haben. „Ehrlich, nachvollziehbar und verbindlich muss das sein“, hat der 56-Jährige festgestellt. Und so will er es auch mit der neuen „Anlaufstelle“ am Aachener Bushof halten.

Seit Ende September ist Polizeioberrat Dirk Hoff neuer Leiter der Polizeiinspektion 1 bei der Aachener Polizei. Er ist zuständig für die gesamte Stadt Aachen – immerhin gut eine Viertelmillion Menschen – und Chef von annähernd 300 Beschäftigten, zum Beispiel in den Wachen West (Im Mariental) und Ost (im neuen Polizeipräsidium an der Trierer Straße) sowie in den neun Bezirksdienstposten und im Schwerpunktdienst.

Das erste Großprojekt seiner neuen Tätigkeit dürfte der Aufbau der „Anlaufstelle“ sein. Im Lauf des kommenden Jahres sollen das städtische Ordnungsamt und die Polizei gemeinsam das Gebäude an der Ecke Peterstraße/Blondelstraße beziehen. „Ich habe das Projekt quasi von meinem Vorgänger Dieter Prosch geerbt“, erzählt Hoff. „Und jetzt kommen wir in die Endphase.“ Er ist überzeugt: „Das wird spannend, hier eine neue Dienststelle aufzubauen.“

Die gemeinsame „Anlaufstelle“ ist eine Reaktion auf die vielen Probleme, die Kriminalität und Drogenszene den Menschen im Umfeld rund um den Bushof seit Jahren bereiten. Hier wollen Kommune und Polizei die Kräfte bündeln. Ganz abgesehen vom Brennpunkt Bushof treffe man in der Innenstadt aber ohnehin die höchste „Personendichte“ an, erläutert Hoff. „Genau da wollen wir die Menschen erreichen.“

In Aachen lebe man zwar immer sicherer, erläutert der neue Inspektionsleiter mit Verweis auf die Polizeistatistik. „Trotzdem haben viele Leute Angst und fühlen sich unsicher.“ Er ist überzeugt: Am besten kann auch bei diffusen Sorgen und Unsicherheit das direkte Gespräch helfen.

Und ins Gespräch komme man am besten, wenn Polizeibeamte nicht nur im Streifenwagen oder auf dem Motorrad unterwegs sind, sondern ruhig auch mal zu Fuß oder mit dem Fahrrad. „Die Leute sollen uns wahrnehmen“, betont er, „wir wollen ansprechbar und da präsent sein, wo was los ist. Wir müssen die Polizei auf die Straße bringen.“ So lasse sich vieles bereits im Vorfeld verhüten oder verhindern, ist er überzeugt. Vier neue Fahrräder für die geplanten Fahrradstreifen in der Innenstadt stehen in der Wache Mariental bereits parat. Angesichts der eher hügeligen Aachener Topografie möchte Hoff künftig aber vor allem auf Pedelecs setzen.

Auch die Motorradstreifen sollen in Aachen verstärkt werden, kündigt Dirk Hoff an. Derzeit seien bereits acht Beamte auf Motorrädern unterwegs. „Daraus wollen wir eine eigene Kradgruppe mit 13 Mann machen“, sagt er. Er erhofft sich davon mehr Flexibilität. Aus seiner Sicht gibt es im Polizeialltag viele Einsätze, die auch ein einzelner Streifenpolizist auf einem Motorrad erledigen kann. „Da müssen nicht immer zwei Leute im Streifenwagen hinfahren.“

„Wir wollen die Sicherheitsarchitektur der Stadt verändern“, erläutert Hoff seine Pläne. Neben der Stadt und der Polizei sieht er auch andere Akteure rund um den Bushof gefordert. Die Aseag und der Parkhausbetreiber Apag müssten zum Beispiel auch mitziehen. Die in Aachen seit Jahren umstrittene Videoüberwachung habe am Bushof bereits sehr positive Effekte gehabt, ist Dirk Hoff überzeugt.

Seit 1983 ist der gebürtige Mönchengladbacher Dirk Hoff Polizeibeamter. Im Mittleren Dienst hat er seinerzeit angefangen, hat sich über Studiengänge hochgearbeitet. In Düsseldorf hat er im Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) ebenso Erfahrung gesammelt wie in der Landes-Leitstelle, von wo aus Aufgaben für alle 47 Kreispolizeibehörden des Landes koordiniert werden. In seiner „Heimatbehörde“ Mönchengladbach war Hoff unter anderem mit der Neuorganisation der Schutzpolizei befasst und zuletzt fünf Jahre lang Direktionsleiter Verkehr. Die gesammelte Erfahrung bei Organisations- und Einsatzfragen will er nun in Aachen einbringen. Sein ganz persönlicher Wunsch zum Dienstantritt in Aachen: „Mehr Wertschätzung für die Kolleginnen und Kollegen im Einsatz.“