Aachen: Zukunft der Welt im Theater Mörgens

Premiere im Mörgens : Der Westen wird infrage gestellt

Was ist der Westen? Um diese Frage zu beantworten, könnte man einfach eine Weltkarte zu Rate ziehen und alles links vom Mittelmeridian wäre westlich. Doch so würde Europa nicht zum „Westen“ dazu zählen. Ist es also doch eher politisch gesellschaftlich bedingt, was „den Westen“ bestimmt?

Und vor allem was ist dieser ominöse Westen eigentlich? Ist er unsere Geschichte? Unsere Selbstbestimmung? Unsere so geliebte Demokratie? Eigentlich ist es eine Suche nach Identität, nach Idealen und Werten. Im Mörgenstheater geht man jetzt auf Lösungssuche.

Eigentlich ist es fast ironisch, dass gerade jetzt in dieser merkwürdigen Zeit, in der Trump Mauern baut und eine rechte Partei im Deutschland sich als Alternative betitelt, ein Theaterstück, was den Westen infrage stellt, im Mörgenstheater Aachen gespielt wird. Es ist doch, ironischerweise, immer das Offensichtliche, das uns Menschen nicht auffällt.

So ist das Theaterstück „der Westen“ von Konstantin Küspert unter der Regie von Ruth Messing möglicherweise eine Erinnerung an unsere Vergangenheit, an unsere Fehler aber auch eine Erinnerung an die Dinge, die gut waren. „Es ist eine Versöhnung mit unserer Vergangenheit, weil wir darüber lachen dürfen.“ So beschreibt die Dramaturgin Gesa Lolling die Inszenierung. Denn trotz der ernsten Thematik ist den Menschen trotz allem nicht der Sinn für Humor vergangen. Und wie heißt es nicht so schön: wer lachen kann, hat auch Hoffnung?
Das Stück ist eine Reise durch unsere Vergangenheit, angefangen 395 n. Chr. In Rom bis hin zu einer fiktiven Zukunft, in der Europa Protektorat Chinas ist. In einzelnen Szenen werden wichtige Ereignisse des Westens mit postapokalyptischem Schrott nachgestellt, um sich daran zu erinnern, wie es mal war und wie es vielleicht gewesen sein könnte – hätte damals ein einzelner Mensch sich anders entschieden.