Aachen: Wissenschaft trifft Unternehmer zum Thema Digitalisierung

Digitale Revolution : Wie Unternehmer Prozesse beschleunigen können

Von digitalen „Helferlein“ wie Smartphones zu Robotern und Maschinen, die eigene Schäden vorhersagen: Für einen Forschungstransfer verantwortet das FIR die Aachener ERP-Tage unter dem Motto „Smart Operations – Vordenken. Gestalten. Umsetzen“.

Digitalisierung ist mittlerweile als Begriff in aller Munde. Doch was bedeutet er eigentlich genau? Und was haben Unternehmen davon? Digitale „Helferlein“ wie Smartphones, Smart-Home-Lösungen oder die Nachverfolgung von Paketsendungen über eine App sind für die meisten aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Um auch im Business Schritt zu halten, beschäftigen Unternehmen sich mit der Weiterentwicklung oder „Neuerfindung“ ihrer Geschäftsmodelle, Geschäftsprozesse und Produkte mit Hilfe der Digitalisierung. Wie wirken sich diese Veränderungen, also die Transformation bestehender Wertschöpfungsketten, aus – beziehungsweise was sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung?

Unter anderem diesen Fragen widmet sich das FIR an der RWTH Aachen und beschreibt die Unterstützung der Betriebslenkung als „Smart Operations“. Für einen direkten Transfer der Ergebnisse aus Forschung und Praxis verantwortet das FIR am Mittwoch, 5. Juni, und Donnerstag, 6. Juni, die Aachener ERP-Tage unter dem Motto „Smart Operations – Vordenken. Gestalten. Umsetzen“. Die Veranstaltung auf dem RWTH Campus Melaten bietet exklusive Einblicke in die direkt angeschlossene Demonstrationsfabrik Aachen (DFA), in der Lösungsansätze rund um das Thema Industrie 4.0 erlebbar werden.

„Die heute übliche hohe Verfügbarkeit von Daten und immer leistungsfähigere IT-Systeme sind die Voraussetzung dafür, dass Entscheidungen auf Basis von Faktenwissen schneller getroffen und Anpassungsprozesse beschleunigt werden können“, erklärt FIR-Geschäftsführer Professor Volker Stich.

Im Fachjargon spreche man hier von Transparenz und Prognosefähigkeit – also die Möglichkeit, Ereignisse wie einen Maschinenschaden vorherzusagen und schon präventiv handeln zu können. Derartige Fähigkeiten tragen dazu bei, Kosten zu reduzieren und neue Absatzmärkte zu erschließen.

Will man Daten sammeln, sie zu Informationen aufbereiten und sinnvoll verteilen, betrachten Experten unter den betrieblichen Anwendungssystemen nach wie vor Enterprise-Resource-Planning (ERP)- und Manufacturing Execution (ME)-Systeme als wichtige Software-Domänen im Produktionsumfeld. Vor allem ERP-Systeme haben mittlerweile Einzug in nahezu jegliche Art von Unternehmen gehalten. Zukünftig sollen diese Systeme in der Lage sein, bereits frühzeitig mögliche Planabweichungen zu antizipieren, selbstständig zu korrigieren oder dem Anwender eine Warnmeldung inklusive Handlungsalternative zur Verfügung zu stellen.

„Für die Umsetzung von Smart Operations ist aber vor allem das Zusammenspiel der unterschiedlichen betrieblichen Anwendungssysteme von Bedeutung“, erläutert Katharina Berwing von der Fachgruppe Produktionsregelung im Produktionsmanagement. Aufgrund der zunehmenden Modularisierung der Systeme, ähnlich wie bei den Apps auf dem Smartphone, werden bestehende Strukturen in Frage gestellt. „Das bedeutet, dass die unterschiedlichen Planungsebenen und –systeme zunehmend verschwimmen und Unternehmen immer mehr die Möglichkeit haben, bedarfsweise ein Modul der am besten geeigneten Lösung auszuwählen und dieses flexibel in vorhandene Bausteine zu integrieren“, sagt sie.

Eben diesen Aufgabenstellungen widmet sich das FIR an der RWTH Aachen als branchenübergreifende Forschungseinrichtung auf dem Gebiet der Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung.

Weitere Details finden Interessierte unter www.erp-tage.de.

(red)
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