Aachen: Wegen Defekt an Fernwärmeversorgung fällt der Unterricht aus

Wegen Defekt an Fernwärmeversorgung : Kalt erwischt: Fünf Schulen im Aachener Osten geben schulfrei

Der Schaden an einer Fernwärmeleitung im Aachener Osten konnte am Dienstagmorgen behoben werden. Dennoch fiel an fünf Schulen der Unterricht aus.

Da haben die Stawag und die beteiligte Baufirma richtig Gas gegeben. Bereits um 9.50 Uhr, einige Stunden früher als zunächst angenommen, floss am Dienstagmorgen wieder heißes Wasser durch die reparierte Fernwärmeleitung im Aachener Osten. Weit über 1000 Kindern und Jugendlichen an fünf Schulen bescherte der Defekt an der Fernwärmeleitung dennoch einen schulfreien Tag – den allermeisten jedenfalls.

Um 23 Uhr am Montagabend hatte die Stawag damit begonnen, die Leitung zu kühlen und zu entleeren. Um 4 Uhr am Dienstagmorgen legten die Tiefbauer los, um 9.04 Uhr war der Schaden behoben. Als um kurz vor zehn wieder heißes Wasser floss, dauerte es je nach Lage der Gebäude aber noch bis zu zwei Stunden, bis die Wärme dort ankam, berichtet Stawag-Sprecherin Eva Wußing. 110 Kunden und damit bis zu 1000 Haushalte in Aachen-Ost waren von der Störung der Fernwärmeversorgung betroffen.

Mit Hochdruck wurde am Dienstagmorgen in der Lombardenstraße gearbeitet, um das Leck an der Fernwärmeleitung zu schließen. Foto: ZVA/Michael Jaspers

An der katholischen Grundschule Passstraße hatte Schulleiterin Maria Keller frühmorgens alle 207 Kinder nach Hause geschickt. Der Altbau kühle zwar nicht so schnell aus, sagt Keller, „aber viele Kinder kamen im Regenjäckchen hier an, und die kann ich doch nicht bis in den Nachmittag in der Kälte sitzen lassen.“ In Absprache mit Schulrätin Beatrix Wollgarten sei der Unterricht an diesem Tag abgesagt worden. Auffallend viele Eltern hatten ihre Kinder an diesem Morgen zur Schule begleitet. „Die wussten Bescheid und fragten: Was machen wir denn nun?“, berichtet Keller. Und innerhalb kürzester Zeit seien alle Schüler versorgt gewesen. Kinder, deren Eltern nicht zu Hause waren, kamen bei Freunden unter.

Unterzubringen waren dann allerdings noch rund 170 Portionen Mittagessen, die der Caterer natürlich auch an diesem Tag geliefert hatte. Glücklicherweise haben Schulküchen große Kühlschränke. Das Essen von Dienstag gibt es jetzt am Mittwoch, und so zieht sich der Verschiebebahnhof durch die ganze Woche. „Für nächsten Montag bestellen wir dann kein Essen“, sagt Maria Keller.

Am Geschwister-Scholl-Gymnasium an der Stolberger Straße hatte Schulleiter Jan-Dirk Zimmermann bereits am Montagabend für Dienstag schulfrei gegeben. Und der Informationsfluss zu 550 Schülerinnen und Schülern lief derart gut, dass am Dienstagmorgen nur ganz wenige zur Schule kamen. Fünf fanden sich in der Osthalle zum Schwimmen ein, was kein Problem war, da dort der Betrieb normal lief. Nur vier Schüler kamen in der Schule an und durften nach Rücksprache mit den Elternhäusern wieder gehen. „Offenbar funktioniert unsere Informationskette hervorragend“, stellte der Schulleiter zufrieden fest. Im Sekretariat wusste sich Sekretärin Heike Schneider unterdessen mit einem mitgebrachten Heizlüfter und warmen Skisocken zu behelfen.

Für das Geschwister-Scholl-Gymnasium gab Schulleiter Jan-Dirk Zimmermann bereits am späten Montagabend schulfrei für den nächsten Tag. Sekretärin Heike Schneider behalf sich bei der Arbeit mit Heizlüfter und warmen Skisocken. Foto: ZVA/Michael Jaspers

Auch an der Hugo-Junkers-Realschule fiel am Dienstag der Unterricht aus. Schulleiterin Ilse Zimmerman hatte die Information noch in der Nacht auf die Homepage der Schule stellen lassen. „Und die Schüler sind sehr gut vernetzt“, stellt sie fest. Die wenigen Kinder, die trotzdem ankamen, wurden ebenfalls nach Hause entlassen. „Ansonsten hätten wir eine Betreuung mit Bewegungsspielen in der kleinen Gymnastikhalle eingerichtet“, sagt Zimmerman.

An der Hauptschule Aretzstraße gab Schulleiter Ralf Said nach Rücksprache mit den Partnern im Schulverband Aachen-Ost am Dienstag schulfrei. Am späten Vormittag warteten noch drei Kinder im Gebäude, für alle anderen war nach Telefonaten mit den Eltern eine Lösung gefunden.

Kraftakt am Kennedypark

Ein kleiner Kraftakt war der kalte Dienstag an der Förderschule am Kennedypark. Dort mussten sich Schulleiter Thomas Weinen und sein Kollegium zwar „nur“ um rund 30 Kinder kümmern, aber für die mussten nicht nur die Eltern informiert werden. Auch der außerplanmäßige Bustransport war zu organisieren und Logopäden, Physiotherapeuten oder Ergotherapeuten zu informieren. Thomas Weinen hatte morgens in den Klassenräumen die Temperatur gemessen. „Und 17 Grad erschien mir zu wenig“, sagt er, zumal es anfangs bei der Stadt geheißen hatte, der Heizungsausfall werde sich wohl bis 17 Uhr hinziehen. „Aber kaum war für alle Kinder die Heimfahrt organisiert, da kam die Meldung, dass das Loch gestopft sei“, sagt Weinen.

Drei Kindertagesstätten wurden ebenfalls vom Defekt an der Fernwärmeleitung kalt erwischt. Wie Björn Gürtler vom städtischen Presseamt auf Anfrage mitteilt, war die Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt an der Passstraße betroffen, ferner die städtische Kita Passstraße 25 und die Kita Düppelstraße. „Die Eltern wurden gebeten, ihre Kinder zu Hause zu betreuen“, sagt Gürtler. Für alle Familien, in denen das nicht möglich war, wurden Notgruppen eingerichtet. Hier sorgten Heizlüfter für die entsprechende Betriebstemperatur.