Aachen: VHS und Bibliothek bald unter einem Dach?

Kulturpolitik in Aachen : VHS und Bibliothek unter einem Dach? Politik fordert Grundsatzbeschluss

Der seit langem geplante Wettbewerb zur Neugestaltung des Areals rund um den Aachener Bushof beschäftigte jetzt auch die Kulturpolitiker. Sie haben die Verwaltung aufgefordert, ein Konzept zur möglichen Zusammenlegung von Volkshochschule und Stadtbibliothek vorzulegen.

Wie geht es weiter rund um den Aachener Bushof? Die Frage beschäftigt beileibe nicht nur Stadtplaner, Architekten und Ordnungshüter. Denn der Bereich zwischen Peterskirchhof, City-Passage und Komphausbadstraße birgt nach wie vor reichlich Konfliktpotenzial, gilt längst als berüchtigter Treffpunkt von Schwerstabhängigen, Kleinkriminellen und Dealern. Der seit langem angekündigte Wettbewerb zur Neugestaltung der Situation im Umfeld des Betonkomplexes an der Peterstraße lässt derweil auf sich warten – auch wegen der schwierigen Gemengelage im Hinblick auf die Besitzverhältnisse. Denn das Gebäude, in dem unter anderem die Volkshochschule untergebracht ist, gehört je zur Hälfte der Stadt und einem privaten Investor.

Nicht von ungefähr also befassten sich auf Antrag der Grünen nun auch die Politiker im Kulturausschuss des Rates mit dem heiklen Thema. Sie forderten die Verwaltung auf, einen Grundsatzbeschluss vorzubereiten, auch und vor allem, um Perspektiven für eine etwaige Zusammenführung von Stadtbibliothek und VHS auszuloten. Wo genau, wann und vor allem ob eine solche Bündelung der Angebote ermöglicht werden kann, ist allerdings offen. Immerhin liege bereits seit 2016 ein grobes Konzept für eine Ansiedlung beider Einrichtungen unter einem Dach vor, argumentierten die Vertreter der Fraktionen. Und bereits 2015 habe die Bezirksregierung Fördermittel zum Start einer Ausschreibung des städtebaulichen Wettbewerbs zur grundlegenden Neugestaltung des Areals im Herzen der City zugesagt. Niels-Christian Schaffert, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen, betonte, dass im Hintergrund intensiv an der Konzeptionierung des Wettbewerbs gearbeitet werde. Er soll in einer der nächsten Sitzungen nochmals über den aktuellen Stand des Verfahrens berichten.

Unterdessen laufen die Vorbereitungen für ein Großprojekt ganz anderer Art auf Hochtouren: Ab Herbst 2020 soll die Kaiserstadt als Schauplatz einer hochkarätigen, rund 4,6 Millionen Euro teuren Ausstellung mit weltberühmten Werken aus der Werkstatt von Albrecht Dürer Schlagzeilen machen. Der größte Maler und Zeichner des ausgehenden Mittelalters weilte 1520 anlässlich der Krönung Karls V. in der Kaiserstadt, deren Hintergründe ebenfalls beleuchtet werden sollen. Museumsdirektor Peter van den Brink konnte berichten, dass inzwischen allein 55 Gemälde, Stiche, Holzdrucke und Skulpturen des Nürnberger Meisters aus zahlreichen Häusern in aller Welt akquiriert seien, zahlreiche kostbare Grafiken kämen hinzu. Zudem sei eine Kooperation mit einem der renommiertesten Museen schlechthin so gut wie unter Dach und Fach. Der Vertragsabschluss stehe in Kürze an.

Dennoch musste der Leiter des Suermondt-Ludwig-Museums sich auch heftige Kritik gefallen lassen: Grünen-Ratsherr Hermann Josef Pilgram zeigte sich empört, weil van den Brink Anfang Juli gegenüber unserer Zeitung vor allem die Politik dafür verantwortlich gemacht habe, dass die Installation einer – für die Dürer-Schau unabdingbaren – neuen Klimaanlage im Haus an der Wilhelmstraße nach wie vor auf sich warten lasse. Völlig unberechtigt sei hier „der Politik der Schwarze Peter zugeschoben worden“. Dezernentin Susanne Schwier glättete die Wogen zumindest ein wenig, indem sie darauf hinwies, dass eine runde Million für die Realisierung des Projekts im kommenden Jahr bereits in den Haushalt 2019 eingestellt sei.