1. Lokales
  2. Aachen

Aachen verbindet Museumstag mit dem Familientag der Städteregion

Mit der Familie ins Museum : Königliche Kronen und Geldbeutel aus dem Mittelalter

Familie, Bildung und Wissenschaft eingebettet in das einmalige Ambiente des Centre Charlemagne: Das kam bei den Besuchern von Aachens Stadtmuseum offensichtlich sehr gut an.

Familie Lüdorf war an diesem Sonntag mit den beiden Söhnen Erik (7) und Jörn (10) in der Ausstellung unterwegs. Erik fand vor allem die „Knarren“ klasse und war begeistert vom Kettenhemd. Seinen älteren Bruder dagegen faszinierten vor allem die archäologischen Funde, wie alte Krüge und Steine. Allen war gleichermaßen anzusehen, dass sie diesen Tag im Museum in vollen Zügen genossen.

Unter dem Motto „Zukunft lebendiger Traditionen“ machten die Museen Aachens am Sonntag bei freiem Eintritt auf ihr Angebot aufmerksam. Im Centre Charlemagne stand zudem noch der städteregionale Familientag mit einem umfassenden Vortragsprogramm im Mittelpunkt. Die Fachhochschule (FH) präsentierte eine Ausstellung, die nachdenklich stimmen sollte: Einfache Bilder wie Kochtopf oder Werkzeugschlüssel wurden mit der Frage „His or Hers?“ versehen. Die eigene kulturelle Prägung in den Blick zu nehmen und auch zu hinterfragen, war eines der Ziele, die hinter der Ausstellung standen. Konzipiert wurde sie von den Designern der FH.

„Wir wollen die Bilder später ohne Kommentar in der Universität aufhängen“, sagte Judith Kürten, Gleichstellungsbeauftragte der FH. Und erst, wenn sie eine Weile dort gehangen haben, sollen die Studenten dazu befragt werden. Nach wie vor macht sich die FH stark dafür, dass auch junge Frauen Interesse am Studium der sogenannten Mint-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – finden. „Manchmal genügt schon die Namensänderung eines Studiengangs, der bei Frauen nicht so beliebt ist, um ihr Interesse zu wecken“, betonte Kürten.

Von 11 bis 17 Uhr stand das Centre Charlemagne ganz im Zeichen von Vorträgen über „Regenbogen-Familien“ bis hin zu Themen wie „Pubertät“ oder „Die Rolle der Großeltern in der Familie“. Und ganz nebenbei stand natürlich auch das Museum selbst den Besuchern offen. Verschiedene Führungen erlaubten zudem einen tiefen Einblick in Aachens Stadtgeschichte. In der Museumswerkstatt bekamen die jüngsten Besucher Gelegenheit, ganz unterschiedliche Projekte in Angriff zu nehmen. An vier großen Tischen wurden Stabpuppen gebastelt, aus Goldpapier königliche Kronen hergestellt, mittelalterliche Geldbeutel mit den entsprechenden Münzen gefertigt oder mit Ton gearbeitet.

Der neunjährige Noah hat seine Krone gerade fertigbekommen und probiert, wie sie am besten passt. Sein Vater sitzt daneben und hilft, sobald Unterstützung von Nöten ist. „Viele Kinder wandern von einem Tisch zum nächsten und probieren alles einmal aus“, sagt Museumspädagogin Petra Hellwig. Und tatsächlich will sich auch Noah noch ein bisschen umsehen. Den Geldbeutel findet er interessant, und auch mit Ton würde er gerne noch einmal arbeiten. Sein Vater bleibt gelassen. „Deswegen sind wir ja hier“, sagt er. „Aber auch die Führungen mit den Objekten aus dem Museumskoffer sind bei den Kindern ganz besonders beliebt“, sagt Hellwig. Und tatsächlich scheint die kleine Reise in die Vergangenheit immer wieder für staunende Augen zu sorgen. Erik und sein Bruder Jörn jedenfalls sind begeistert. Sie erkunden das Museum mit ihren Eltern auf eigene Faust.

Familienfreundlichkeit ist sicher ein Thema, dass auch die Lüdorfs interessieren dürfte. Und tatsächlich gab es dazu am laufenden Band Vorträge zu spannenden Themen. Mit im Boot beim städteregionalen Familientag saßen unter anderem die Stadt Aachen, die RWTH, die FH und die Katholische Hochschule.