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Aachen: Vera Blazek posthum mit dem Kulturpreis ausgezeichnet

Kulturverein Aachen-Prag : Vera Blazek posthum mit dem Kulturpreis geehrt

Es war ein Wechselbad der Gefühle. Freude und Stolz über Erreichtes, Trauer und Wehmut über Verlorenes und ein banges Hoffen auf weiteres Gelingen durchzogen einen Festakt im Ludwig Forum, bei dem die im vergangenen März im Alter von 71 Jahren plötzlich und unerwartet verstorbene Aachenerin Vera Blazek mit dem „Kulturpreis Karl IV.“ des „Kulturvereins Aachen-Prag“ posthum geehrt wurde.

Aachen „Sie hat Aachen ein Stück reicher gemacht. Vielen Dank, Vera Blazek.“ Mit diesen Worten beendete die Aachener Europa-Abgeordnete Sabine Verheyen ihre Laudatio. In ihrer warmherzigen Rede zeichnete Verheyen die außerordentlichen Verdienste der wahrhaft großen Europäerin Vera Blazek nach. „Sie hat den Kulturverein Aachen-Prag initiiert, gegründet, geführt und angetrieben. Sie war der Motor und die Seele. Man könnte sogar soweit gehen und sagen: Sie war der Kulturverein“, pries Verheyen die Verdienste der posthum Ausgezeichneten, die bis zu ihrem Tod die Vorsitzende des Kulturvereins Aachen-Prag war.

Vera Blazek sei, so Verheyen, „eine herausragende und beispielgebende Persönlichkeit“ gewesen. Sie habe sich „mit so viel Herzblut und geradezu leidenschaftlichem Engagement“ für die Förderung der Beziehungen zwischen der Tschechischen Republik und Deutschland, zwischen Prag und Aachen eingesetzt.

„Sie hat die Versöhnung und Völkerverständigung zwischen beiden Ländern gefördert. Sie war eine Brückenbauerin. Nicht nur das. Sie war eine wahre Europäerin“, führte Verheyen in der „Mulde“ des Ludwig Forums aus.

„Tiefe Spuren“ hinterlassen

Unter den Ehrengästen konnte die Europa-Abgeordnete auch die NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, Oberbürgermeister Marcel Philipp und die ehemalige Prager Bürgermeisterin Kozumplikova begrüßen. In Prag wie auch in Aachen hinterlasse Vera Blazek „tiefe Spuren“. Mit Herzlichkeit und innerer Anteilnahme betonte Sabine Verheyen zudem: „Vera Blazeks Ideenreichtum war unerschöpflich bis zur Selbstaufgabe. Mit ihrem Engagement hat sie andere einfach mitgerissen.“ Die Brückenbauerin wird fehlen. Die Lücke, die sie hinterlässt, ist nicht zu schließen.

Auch nach ihrem Tod unvergessen: Im Kreise von Sabine Verheyen, Wladimir Blazek,Herbert Zantis, Marcel Phili und Isabel Pfeiffer-Poensgen (v. l.) erhielt Vera Blazek (Portrait) die Auszeichnung. Foto: Heike Lachmann

Der Kulturverein Aachen-Prag wird daher exakt 20 Jahre nach der Gründung Ende des Jahres aufgelöst. Mit der Auszeichnung der Vereinsgründerin wurde der 2010 erstmals verliehene „Kulturpreis Karl IV.“ nun zum letzten Mal vergeben. Für seine verstorbene Frau nahm Wladimir Blazek sehr bewegt Urkunde und Medaille entgegen.

Der Preis erinnert mit dem Namen Karl IV. (1316-1378, Krönung in Aachen 1349), an die herausragende Herrscherpersönlichkeit des 14. Jahrhunderts.

Durch ihr politisches und kulturelles Wirken brachte Karl IV. die Krönungsstädte Prag und Aachen einander näher.