Aachen: Theater K zeigt Thea Dorns "Nike"

Thea Dorns Stück „Nike“ in neuer Inszenierung : Blutig und komisch zugleich

Vor wahrlich monumentaler Kulisse nimmt die Handlung ihren Lauf: Das Theater K hat diesmal Thea Dorns Stück „Nike“ ausgewählt, um es im Ludwig Forum zu präsentieren. Dort lebt in einem gesicherten Schaukasten die Serienkillerin Nike, ein Name, der in der griechischen Mythologie für die Göttin des Sieges und des Erfolgs steht. In ihrem Käfig ist sie der Publikumsmagnet und beflügelt die schrägen Sehnsüchte der Besucher. Premiere ist am 12. Januar.

Der Frühpensionär Franz beispielsweise wünscht sich, von ihr fachgerecht enthauptet zu werden, und auch die Museumsführerin Kyra findet, dass „jagen, erlegen, Kopf ab und weg“ mit Blick auf unerfreuliche Beziehungen nicht die schlechteste Lösung ist. Es geht blutig und komisch zu in Thea Dorns Theaterstück. Laut Regisseurin Agma Formanns lädt die Groteske auch dazu ein, die Dinge so zu nehmen wie sie kommen.

Vierte Inszenierung

Es ist die vierte Inszenierung, die das Theater K im Ludwig Forum präsentiert. Und die Ausstellung „Pattern and Decoration“ liefert dort derzeit den idealen Rahmen für das Stück. Die Handlung entwickelt sich vor dem Hintergrund eines monumentalen Werkes des Künstlers Salomé. „Das ist bunt und wild und passt entsprechend ganz wunderbar zum Stück“, meint Museumsleiter Andreas Beitin, dem die regelmäßige Kooperation mit dem Theater K sichtlich Freude bereitet.

Wer „Nike“ sehen will, der wird zum einen Theaterzuschauer sein, zum anderen aber auch Museumsbesucher – ebenso wie die Protagonisten im Stück.

19 Männer geköpft

„19 Männer hat die Serienkillerin Nike geköpft“, erzählt Museumsführerin Kyra, und so mag es nicht verwundern, dass neben der Serienkillerin das ein oder andere Gehirn zu finden ist. Und wer sich dafür interessiert, wie man fachgerecht einen Schädel öffnet, wird laut Mona Creutzer auf seine Kosten kommen. Der Frühpensionär Franz jedenfalls ist so fasziniert, dass er die Führung 15 Mal bucht.

„Alle versuchen, ihr etwas zu entlocken, aber sie hat keine Lust, die Erwartungen an sie zu bedienen“, sagt Nike-Darstellerin Mona Creutzer. Gemeinsam mit dem Ensemble lädt sie ein zu dieser „gruseligen wie humorvollen Geisterbahnfahrt für Erwachsene“. Das Stück geht selbstverständlich auch der Frage nach, warum Nike auf so grausame Weise gemordet hat. Eine Antwort findet sich allerdings nicht. Die forensische Psychologie jedenfalls ging immer davon aus, dass es keine weiblichen Lustmörder gibt, heißt es im Stück.

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