Aachen: "Tandemmia"-Projekt hilft Menschen im Alter

Projekt „Tandemmia“ : „Gemeinschaft erleben, Geborgenheit erfahren“

In Kooperation mit dem Evangelischen Kirchenkreis unterstützt das „Tandemmia“-Projekt Menschen im Alter. Die Organisatoren starten eine Spendenaktion, um zwölf „Hoffnungsorte“ zu fördern.

Armut, Einsamkeit, Suchterfahrungen, Arbeitslosigkeit – all das sind drängende gesellschaftliche Probleme. Doch immer wieder tun sich Menschen zusammen, die anderen Menschen in ihrer Notlage Hilfe anbieten. Zwölf solcher Hoffnungsorte gibt es im Evangelischen Kirchenkreis Aachen. Finanziell unterstützt werden diese Projekte von der Stiftung Kirche und Diakonie des Evangelischen Kirchenkreises Aachen.

Aufgabe der 2006 als Nachfolgeorganisation des Herbergsvereins gegründeten Stiftung ist die Unterstützung des Kirchenkreises, der Gemeinden und diakonischen Einrichtungen und Projekte. Dafür stehen Eigenmittel zur Verfügung und Spenden. Diese unterstützen oft gezielt Projekte und helfen, dass die für die Teilnehmer kostenfreien Angebote in diesem Umfang aufrechterhalten bleiben können. Einmal im Jahr ruft die Stiftung zu einer Spendenaktion auf. In diesem Jahr richtet sie unter dem Motto „Gemeinschaft erleben – Geborgenheit erfahren“ dabei den Blick auf die alternde Gesellschaft. Denn nicht nur die medizinische Versorgung ist wichtig, auch das Altern in Würde, Erleben von Gemeinschaft und gesellschaftlicher Teilhabe in einer Zeit, in der die familiären Bindungen zunehmend wegbrechen.

„Wir werden zunehmend darauf angewiesen sein, dass uns ehrenamtlich tätige Menschen helfen“, unterstreicht Norbert Janz, Vorstand der Stiftung Kirche und Diakonie. Diese Hilfe bietet zum Beispiel das generationenübergreifende Projekt „Tandemmia“ an. Das Projekt, betreut von Koordinatorin Jessica Honnef, bringt in Aachen über 100 Seniorinnen und Senioren, zum Teil auch mit Migrationshintergrund, mit jüngeren Menschen, überwiegend Studierenden, zusammen, die dann mit den Älteren eine Art Tandem bilden. Praktische Alltagshilfe bieten, aber auch Erfahrungen und Wissen austauschen, gemeinsam etwas unternehmen, das ist das Ziel von „Tandemmia“.

Auf Wissens- und Erfahrungsaustausch setzt auch das Netzwerk an Urft und Olef im Schleidener Tal. Menschen von 55 bis aktuell 88 Jahren vernetzen sich, bieten zum Beispiel Volkstanz- oder Sprachkurse an oder laden zum Modellbahnbau ein. Rund 500 Menschen erreicht das Projekt aktuell. Oft entwickeln sich aus den Treffen tragfähige Freundschaften. Für andere da sein, begleiten, zuhören, Zeit schenken und Ängste nehmen: So engagieren sich fast 30 ehrenamtliche Helferinnen im Hospizdienst Monschauer Land. Zwei- bis dreimal in der Woche besuchen sie rund 70 schwerstkranke Menschen in ihrem Zuhause, im Pflegeheim oder im Krankenhaus. Auch die Angehörigen erhalten Beistand und Entlastung.

Um Menschen auch nach dem Tod der Angehörigen weiter begleiten zu können, bietet der Hospizdienst ein Trauercafé an. Sieben Frauen werden zu Trauerbegleiterinnen ausgebildet. Die Spendenaktion ist ein Weg, den die Stiftung beschreitet, um Kirche in die Gesellschaft zu tragen, sagt Hans-Peter Bruckhoff, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Aachen. Sie zeigt, wo ganz konkret Hilfe angeboten wird, um Lebenssituationen zu ändern oder zu verbessern, und ermöglicht so, dass Kirche den Menschen einmal anders begegnet.

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