Aachen: Stadt testet neue Verkehrsführung am Theater

Europäische Mobilitätswoche : Plötzlich Liegestühle auf der Fahrbahn

Zum Auftakt der Europäischen Mobilitätswoche ist am Montag die Verkehrsführung rund ums Theater schon einmal vorübergehend verändert worden. Auf der Harscampstraße warb die Stadt unterdessen um ein besseres Miteinander aller Verkehrsteilnehmer.

Da staunten die Passanten am Theaterplatz nicht schlecht. „Dass die Stadt das mitmacht“, sagten viele mit Blick auf die vorübergehend veränderte Verkehrsführung rund ums Theater. Auf der einen Seite stehen plötzlich Tische und Stühle dort, wo sonst die Autos fahren. Und auch wenn eine Spur für den Bus- und Lieferverkehr bleibt, fühlen sich die Besucher auf der mit viel Grün abgegrenzten Fläche sichtlich wohl. Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche gibt es gleich eine ganze Reihe von Initiativen, die den Verkehrsversuch am Theaterplatz unterstützen.

Und laut Sabine Neitzel, Verkehrsclub Deutschland (VCD) gab es gleich zu Beginn jede Menge positive Resonanz. „Das sieht ja toll aus“, sagten demnach die ersten Besucher, die es sich in einem der Liegestühle bequem machten. Und wenig später luden drei freiberufliche Schauspielerinnen zu einer Lesung ein: Ausgesucht hatten sie die „Die drei Fragezeichen“, und dabei gab es dann immer wieder die Möglichkeit, die Handlung zu bestimmen.

Der eine oder andere Passant schaute leicht irritiert auf die neue Verkehrsführung: auf der einen Seite des Theater plötzlich zweispurig, auf der anderen Seite Richtung Elisenbrunnen nur noch eine Spur für Busse, Fahrräder und Lieferanten. Und wie viele Busse unterwegs sind in der Innenstadt, wurde dann auch mehr als deutlich: Denn es war ein unablässiger Strom, der schließlich unten an der Kreuzung Richtung Elisenbrunnen abbog.

Initiativen wie Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC), Gemeinschaftsgärten HirschGrün, Greenpeace Aachen, Runder Tisch Radverkehr und VCD Aachen-Düren sind schon jetzt gespannt auf die Erfahrungen mit der auf Probe geänderten Verkehrsführung und hoffen auf positive Effekte und neuen Schwung mit Blick auf die Umgestaltung. Die Resonanz der Bürger war an diesem ersten Tag der Mobilitätswoche zwar nicht überwältigend, aber schon am Morgen hatten viele ihre Meinung kundgetan. „Als wir hier aufgebaut haben, da haben uns viele Leute angesprochen“, sagt Krystyna Rütten, Gemeinschaftsgarten HirschGrün. „Und die waren alle begeistert.“

„Fair zusammen“ hieß das Motto in der Harscampstraße. Hier warb die Stadt um ein friedliches Miteinander aller Verkehrsteilnehmer. Foto: Andreas Herrmann

Bis Sonntag, 22. September, gibt es jeden Tag ein festes Programm mit „Kunst um fünf“ und vielen anderen Angeboten auch zum Fahrradservice. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Theaterplatz nutzte die Stadt Aachen in der Harscampstraße den ersten Tag der Europäischen Mobilitätswoche, um für ein besseres Miteinander von Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern zu werben. Bunte Piktogramme fordern dort jetzt zu einem friedvollen Miteinander auf. Claudia Nowak, Aktionsplan Verkehrssicherheit, freut sich über die vielen Gespräche, die sie mit den Passanten an der Harscampstraße führen konnte.

 „Viele Fußgänger fühlen sich hier von den Radfahrern bedroht“, erzählt sie. Die Radfahrer kommen demnach aus der Lothringerstraße, die geplante Radvorrangroute ist, und würden gerne mit Volldampf weiter durch die Harscampstraße fahren. Das aber ist offensichtlich nicht immer im Sinne der Fußgänger. „Damit hier alle Verkehrsteilnehmer das Gefühl von Sicherheit bekommen, ist ein rücksichtsvolles Miteinander unumgänglich“, meint Claudia Nowak.

Stadt sucht das Gespräch

Am Mittwoch und am Freitag werden die Fachbereiche Stadterneuerung und Stadtgestaltung sowie Verkehrsplanung und Mobilität an der Harscampstraße von 12 bis 17 Uhr noch einmal das Gespräch mit den Bürgern suchen. Am Theaterplatz gibt es täglich ab 16 Uhr Angebote: Einzelheiten finden sich beim Verkehrsclub auf: nrw.vcd.org.

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