Aachen: Stadt bündelt Unterstützung für private Kulturstätten

Kultur in Aachen : Städtischer Lotse soll den Clubs neue Erfolgswege weisen

Gemeinsam mit der Aachener Musikszene will die Stadt bei der Lobby-Arbeit auch für freie Veranstaltungsstätten und Künstler neue Impulse setzen. Die Zusammenarbeit mit Club-Betreibern soll im Kulturbetrieb gebündelt werden.

Mehrere Gesprächsrunden haben dazu in den vergangenen Monaten unter Beteiligung von Politikern, Vertretern der verschiedenen zuständigen Behörden wie Ordnungsamt, städtischer Wirtschaftsförderung und natürlich des Kulturbetriebs bereits stattgefunden. Ab Herbst sollen weitere Runde Tische mit kleineren Zusammenkünften ins Leben gerufen werden, um Möglichkeiten auszuloten, die vielfältigen Angebote in Sachen Tonkunst noch besser ins Licht zu rücken, berichtete der Leiter des Kulturbetriebs, Olaf Müller, am Dienstag im Kulturausschuss.

Damit wird auch die seit langem diskutierte Schaffung einer kommunalen Schaltstelle zur Förderung der vielfach privat betriebenen Veranstaltungsplattformen wieder in den Blick genommen. Langfristig könnte ein städtischer „Clubmanager“, andernorts auch „Nachtbürgermeister“ genannt, quasi als Scharnier zwischen Ämtern und Veranstaltern in Aktion treten, um gegebenenfalls zum Beispiel einen Interessensausgleich zwischen Anwohnern und Kulturschaffenden herbeizuführen oder gesetzlichen Auflagen etwa im Hinblick auf baurechtliche Aspekte Rechnung zu tragen. Zudem ist mittlerweile eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe „Clubs und kulturelle Vielfalt“ gegründet worden, die bei Bedarf zusammentreten soll. Und: Im Kulturbetrieb ist bereits eine neue „Lotsenstelle“ eingerichtet worden. Dort werden Anfragen aller Art, insbesondere von Seiten (potenzieller) Club-Betreiber und Anwohnern, unter der zentralen Telefonnummer 0241/432-4909 sowie per Mail unter kultur@mail.aachen entgegengenommen und gegebenenfalls an die jeweiligen Fachbereiche weitergeleitet, erklärte Müller.

Die Politiker im Ausschuss begrüßten die Maßnahme einhellig. Sie sollen über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden gehalten werden. Denn abzuwarten bleibt, wie die Resonanz mit Blick auf die neue „Lotsenstelle“ letztlich ausfällt. Mittelfristig soll jedenfalls eine „endgültige Zuweisung der zentralen Bearbeitung des Themas“ innerhalb der Verwaltung erfolgen, heißt es in der Beschlussvorlage. Denkbar sei etwa, dies im Rahmen des City-Managements zu realisieren.

Auch mit der Frage, wie einzelne Kunst- und Musiksparten künftig gezielter gefördert werden können, will sich der Kulturbetrieb verstärkt auseinandersetzen. Dies hatte die Piraten-Fraktion bereits im Juni 2016 gefordert. Nun sollen Musiker und Politiker weitere Gespräche führen. Angeregt worden sei bereits, ein Festival für sogenannte Neue Musik zu etablieren, berichtete die Verwaltung.

(mh)
Mehr von Aachener Zeitung