Aachen: Stabstelle zur Unterstützung von Kultureinrichtungen geplant

Impulse für das Aachener Nachtleben : Versierter Lotse soll der Clubszene die Wege ebnen

Nach langer Debatte reifen die Pläne, einen kompetenten „Kümmerer“ in Sachen Veranstaltungsstätten in städtischen Diensten zu installieren. Vor allem Clubs und freie Kulturinitiativen sollen davon profitieren.

„Macht mal Lärm“ – unter diesem Motto waren etliche Kulturschaffende bereits vor rund vier Jahren mehrfach auf die Straße gegangen, um für den Erhalt der viel zitierten Clubvielfalt in der Studentenstadt Aachen zu demonstrieren. Ihr Appell an Politik und Verwaltung, bestehende Einrichtungen, die sich als wichtige Veranstaltungsplattformen etabliert haben, bei der oft schwierigen Gratwanderung zwischen ordnungsrechtlichen Auflagen und künstlerischer Mission gezielt zu unterstützen, ist in jüngerer Zeit in der Tat wieder auf ein verstärktes Echo gestoßen.

Vor allem SPD und Grüne hatten zuletzt weitere Anstrengungen unternommen mit dem Ziel, eine Art „Nachtbürgermeister“ als zentralen Ansprechpartner für Betreiber von Nachtlokalen, aber auch gemeinnützige Initiativen wie den Musikbunker, den Verein Jakobshof oder das Kingz Corner innerhalb der Verwaltung zu installieren.

Einhelliger Beschluss

Im Juni hatten die Politiker im Kulturausschuss das Projekt nach teils kontrovers geführter Debatte schließlich doch noch einmütig auf den Weg gebracht. In der nächsten Sitzung des Ratsgremiums (10. September, ab 17 Uhr im Suermondt-Ludwig-Museum, Wilhelmstraße 18) könnten nun Nägel mit Köpfen gemacht werden. Anfang Juli, so der Bericht des Kulturbetriebs, sind Vertreter der verschiedensten relevanten Fachbereiche zwecks Fahndung nach einem städtischen „Kümmerer“ zusammengekommen. „Es bestand Einigkeit darüber, dass durch die Benennung eines Ansprechpartners eine Lotsenfunktion für die unterschiedlichen Aufgaben (...) gewährleistet werden soll“, heißt es im Bericht, den die Politik zustimmend zur Kenntnis nehmen dürfte. So sollen die mannigfaltigen Herausforderungen zur Aufrechterhaltung bestehender und zur Förderung neuer Angebote künftig in einer Art Stabstelle gebündelt werden.

Kulturbetrieb vorerst am Steuer

Dabei gilt es, etliche wichtige Aspekte an den Schnittstellen zwischen wirtschaftlichen Bestrebungen und kulturellem Auftrag im Schulterschluss mit den Clubbetreibern unter den sprichwörtlichen Hut zu bringen. Beteiligt waren daher neben Experten des Kulturbetriebs auch Vertreter von Ordnungs- und Bauordnungsamt, aus der kommunalen Wirtschaftsförderung und aus dem Gebäudemanagement.

Wo genau der neue Ansprechpartner in städtischen Diensten künftig angesiedelt werden kann, ist bislang indes offen; ins Auge gefasst wird, die Stelle ans städtische City-­Management anzudocken. Bis auf Weiteres soll die Federführung beim Kulturbetrieb liegen. Von dort aus sollen Anfragen aller Art – auch im Hinblick auf Möglichkeiten zur Schaffung neuer Veranstaltungsstätten in der City – vorerst an die entsprechenden Fachbereiche weitergeleitet werden. Zudem ist eine eigene Arbeitsgruppe „Club und kulturelle Vielfalt“ ins Leben gerufen worden, die bei einschlägigen Anfragen beziehungsweise Problemen auch weiterhin Lösungen finden soll.

Mehr von Aachener Zeitung