Aachen: Schwimmhalle Brand öffnet wieder nach Sanierung

Sanierung nach Legionellenbefall : Schwimmhalle Brand soll Ende Februar fertig saniert sein

Zum Januar wird es wohl nicht mehr klappen, aber im Februar, da soll die Schwimmhalle Brand von Legionellen befreit und aufwendig saniert sein. Für alle Wasserratten bedeutet das, dass sie Ende Februar/Anfang März nach rund fünfmonatiger Zwangspause wieder ins Becken springen können.

In dem befindet sich derzeit schon frisches Wasser. „Ein leeres Becken fühlt sich nicht besonders wohl“, sagt Robert Schmidt vom Gebäudemanagement der Stadt Aachen. Das Becken sei so ausgelegt, dass es den Druck vom Wasser benötige. Das Wasser wurde zuvor lediglich abgelassen, um defekte Fliesen austauschen zu können.

Geplant waren Arbeiten wie diese zwar, dass sie nun schon fast beendet sind, damit hatte im Sommer vergangenen Jahres noch niemand gerechnet. Doch als durch eine Routineuntersuchung ein Legionellenbefall im Kabinen- und Duschbereich festgestellt wurde, ging alles ganz schnell. Das Bad wurde geschlossen und mit den Arbeiten begonnen.

„Das hat uns hier überrascht“, sagt Gerta Keller, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Sport der Stadt Aachen, über den erneuten Legionellenbefall. Denn bereits im April 2018 wurde ein solcher festgestellt. Die komplette Warmwasseraufbereitung und die Duschbereiche mussten somit dringend saniert werden – und so hat man, da das Bad ohnehin in dieser Zeit geschlossen werden musste, weitere Maßnahmen eingebunden. In der Luft liegt daher nicht der typische Schwimmbad-Geruch, sondern Baustellen-Aroma. Kein Wunder, schließlich wird auch noch an einigen Stellen verputzt, Estrich verelegt, gebohrt und verkabelt.

Aus dem Jahr 1974

Die Schwimmhalle in Brand stammt aus dem Jahr 1974. Zwar wurde sie Anfang der 2000er Jahre schon einmal saniert, aber auch dies war nicht für die Ewigkeit. Nun werden die Duschbereiche für Menschen mit Behinderung, Damen und Herren erneuert, es wird neue sandfarbene Fliesen an den Wänden und anthrazitfarbene auf den Böden geben. Zudem wurde die zentrale Warmwasserversorgungsanlage erneuert. Die vorherige hat das Wasser auf 40 Grad erhitzt und stand im Keller, von wo aus das Wasser zu den Duschkabinen befördert wurde.

„Das ist leider auch die Wohlfühltemperatur für Legionellen“, sagt Schmidt. Die neue Anlage erhitzt das Wasser auf 60 Grad – keine Wohlfühltemperatur für Keime. In zwei neuen, jeweils 1000 Liter fassenden Edelstahlspeichern wird das Wasser künftig erhitzt und fließt dann über ebenfalls neue Verteilerleitungen aus Edelstahl zu den Duschen. Das kalte Wasser kommt direkt vom Netz der Stawag. Erst im Duschkopf werden warmes und kaltes Wasser vermischt. Den Keimen bleibt dadurch keine Chance mehr. „Die Gesundheit der Badegäste steht an erster Stelle“, sagt Stefan Herrmann vom städtischen Presseamt.

Nicht für jeden sichtbar, aber auch die Technik im Keller der Schwimmhalle wurde erneuert und arbeitet nun energieeffizienter. Foto: ZVA/Michael Jaspers

Neue Sanitäranlagen

Darüber hinaus werden die Sanitärbereiche mit neuen Toiletten, Urinalen, Waschbecken und mit separaten behindertengerechten WC-Anlagen ausgestattet. Viel Technisches ist nur im Keller zu bestaunen und daher nicht für jedermann sichtbar. Doch die neue Anlage führt zu bester Wasserqualität (siehe Infobox).

Die Stadt kalkuliert derzeit mit Gesamtkosten für die neue Warmwasseraufbereitungsanlage inklusive der Duschräume in Höhe von rund 400.000 Euro, für die vorgezogene Modernisierung der Beckenwasseraufbereitung mit rund 250.000 Euro. Dann wird nicht nur alles neu und legionellenfrei sein, sondern auch deutlich energieeffizienter.

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