Aachen: Schulzentrum Laurensberg und Inda-Gymnasium werden saniert

Sanierung für 16 Millionen Euro : Schüler haben zwei Jahre Unterricht auf Großbaustellen

Das wird ein gewaltiges Stück Arbeit: Zwei große Bauprojekte – am Schulzentrum in Laurensberg und dem Inda-Gymnasium in Kornelimünster – will die Stadt Aachen in Angriff nehmen. Der Unterricht für die mehr als 2700 Schüler soll weitergehen.

Beide weiterführende Schulen bekommen neue Fassaden, Dächer, Türen, Fenster und Sonnenschutzanlagen. Ein Sachstandsbericht zu dieser umfangreichen „energetischen Hüllensanierung“ steht am Donnerstag, 19. September, im Schulausschuss auf der Tagesordnung.

Schon jetzt ist klar: Die für das nächste Jahr geplanten Arbeiten sind umfangreich, die Zeit, die zur Verfügung steht, ist knapp. Der Unterrichtsbetrieb soll dennoch möglichst wenig beeinträchtigt werden. Das wird eine Herausforderung für alle Beteiligten, nicht zuletzt für die Schulen selbst. Im Schulzentrum Laurensberg sind das gleich zwei: Anne-Frank-Gymnasium und Heinrich-Heine-Gesamtschule. Insgesamt sind an den drei Schulen mehr als 2700 Schülerinnen und Schüler von den Baumaßnahmen betroffen.

Die Stadt möchte für die Hüllensanierung von 2020 bis 2022 Fördermittel aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz in Anspruch nehmen. Das bedeutet laut Verwaltung, dass die Maßnahmen bis zum 31. Dezember 2022 vollständig abgeschlossen und abgenommen sein müssen. Die Zeit drängt also.

Am Inda-Gymnasium sollen in den Osterferien 2020 vorbereitende Maßnahmen beginnen. Die Arbeiten an der Fassade werden dann voraussichtlich in den Sommerferien losgehen, wie Björn Gürtler vom städtischen Presseamt auf Anfrage mitteilt. Für das Schulzentrum Laurensberg soll der Baubeginn nach derzeitigem Stand im Herbst 2020 sein, so Gürtler. Bis zum Abschluss bleiben also nur gut zwei Jahre. Zwei große Aachener Büros sind mit Planung und Abwicklung der Maßnahmen beauftragt: für das Schulzentrum in Laurensberg das Architekturbüro Hahn-Helten, für das Inda-Gymnasium pbs-Architekten.

Am Inda-Gymnasium in Kornelimünster werden Dächer, Fenster, Fassaden und mehr saniert. Erste vorbereitende Arbeiten sollen nach derzeitigem Stand in den nächsten Osterferien stattfinden. Foto: ZVA/Michael Jaspers

Da im laufenden Schulbetrieb saniert wird, stellt sich aus Sicht der Verwaltung die grundsätzliche Frage, wie der Unterricht in dieser Zeit organisiert werden kann. Untersucht wird demnach, ob und wie Klassen innerhalb der Gebäude umziehen können. Nachgedacht wird aber auch über „Teilauslagerungen“: „Für das Schulzentrum Laurensberg läuft bereits eine Anfrage an den Landschaftsverband Rheinland, um gegebenenfalls zeitweise Räume in der benachbarten Johannes-Keppler-Schule beziehungsweise David-Hirsch-Schule anzumieten. Für das Inda-Gymnasium wird eine Container-Lösung in Erwägung gezogen“, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Viele Arbeiten sind allerdings derart laut, dass sie überhaupt nur in den Ferien erledigt werden können. Deshalb wird für die Baustellen in Laurensberg und Kornelimünster auch darüber nachgedacht, wie man diesen Zeitraum über die reine Ferienzeit hinaus verlängern kann. Vorbild dürfte hier das Einhard-Gymnasium sein. Bereits zwei Mal ist die gesamte Schulgemeinschaft jeweils schon ein paar Tage vor den Sommerferien in Ausweichquartiere gezogen. Am Einhard-Gymnasium ist die große Sanierung jetzt auf der Zielgeraden.

Was die beiden Maßnahmen kosten werden, kann laut Verwaltung derzeit nur grob angegeben werden. Auf der Basis der Machbarkeitsstudien sind für das Schulzentrum Laurensberg Kosten von 9,5 Millionen Euro veranschlagt, für das Inda-Gymnasium 5,95 Millionen Euro. „Diese Beträge beinhalten eine Kostenunsicherheit von etwa 40 Prozent“, warnt die Verwaltung.

Sanierung überfällig

Die drei Schulen sollen nach Abschluss der Baumaßnahmen deutlich verbesserte Bedingungen vorfinden. Besonders am Hander Weg wartet man seit Jahren dringend auf eine umfassende Sanierung. Bereits 2004, als das Anne-Frank-Gymnasium das 25-Jährige am Standort feierte, beklagten Eltern den eklatanten Sanierungsstau. „Wenn es regnet, dann regnet es irgendwo immer rein“, beklagte Schulleiter Wolfgang Gurzan 2016. „Ich bin froh, dass es bald losgeht“, sagt er jetzt.

Natürlich werde es eine große Herausforderung sein, den Unterricht unter Baustellen-Bedingungen zu organisieren. Schon jetzt steht fest: Selbst wenn an beiden Schulen alle zusammenrücken, fehlen im ersten – kleinsten – Bauabschnitt drei Klassenräume. „Derzeit ist noch unklar, wie das zu lösen ist“, sagt Gurzan. Dagegen freut er sich sehr auf die „klimatischen Verbesserungen“, die die Sanierung bringen dürfte: einen funktionierenden Sonnenschutz und Lüftungsanlagen für alle Räume. „An den sehr heißen Tagen vor den Ferien war es in manchen Klassen bis zu 37 Grad warm“, berichtet er.

„Wir müssen mit Störungen rechnen“, erwartet auch Gurzans Kollege Hartwig Hillebrand, Schulleiter an der Heinrich-Heine-Gesamtschule. Er ist aber überzeugt: „Das Schulleben wird in keiner Weise groß gefährdet.“ Man habe gegenüber der Stadt und den beauftragten Architekten auch bereits deutlich signalisiert, dass der Schulbetrieb zum Beispiel während der Abiturklausuren auf gar keinen Fall gestört werden dürfe.

Schadstoffsanierung

Am Schulzentrum werden im Zuge der Baumaßnahmen auch asbesthaltige Fassadenplatten und mit künstlichen Mineralfasern belastete Dämmung entfernt. „Das wird nach den neuesten Sicherheitsstandards erledigt“, betont Hillebrand, „es wird für niemanden eine Gesundheitsgefährdung geben.“

„Sanierungsbedarf ist gegeben“, sagt auch Arthur Bierganz, Schulleiter am Inda-Gymnasium. „Wir haben hier fast 50 Jahre alte Fenster, in einem Privathaus würde die kein Mensch so lange drin lassen.“ Sehr zufrieden sei man mit der Zusammenarbeit mit der Stadt und den Architekten, sagt Bierganz.

Wie der Unterricht unter Baustellenbedingungen organisiert werden kann, will man am Inda-Gymnasium konkret erörtern, wenn die einzelnen Bauabschnitte festgelegt sind.

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