Aachen: RWTH-Rektor Professor Ulrich Rüdiger zieht ein positives Fazit

„Es hat richtig viel Spaß gemacht“ : RWTH-Rektor Professor Ulrich Rüdiger zieht ein positives Fazit

„Ich habe richtig viel erlebt, und es hat richtig viel Spaß gemacht“, fasste Prof. Ulrich Rüdiger sein erstes Jahr als neuer Rektor an der RWTH Aachen zusammen. Beim Jahresrückblick „RWTHtransparent“ ließen er und Kanzler Manfred Nettekoven die wichtigsten Ereignisse aus 2018 Revue passieren.

Die Begutachtung des Konzepts zur Exzellenzstrategie sei überaus erfolgreich gewesen und habe der RWTH drei neue Forschungscluster eingebracht, freute er sich. Zudem seien am Campus Mitte die Vorbereitungsarbeiten für „150 Jahre RWTH“ in vollem Gange. Dort rücke man derzeit der „Verwahrlosung an einigen lieblosen Ecken“ zu Leibe.

Und mit dem „Kohleausstieg“ kam laut Rüdiger ein weiteres großes Thema an die RWTH. „Wir müssen uns positionieren und darüber nachdenken, welche Verantwortung wir übernehmen wollen“, sagte er. Ein filmischer Rückblick ließ Ereignisse wie den Besuch des Karlspreisträgers Emmanuel Macron, den Kauf des Campus West, die Verabschiedung von Prof. Ernst Schmachtenberg oder das Graduiertenfest noch einmal ganz greifbar werden.

Auch Prorektor Prof. Matthias Wessling sprach mit Blick auf das vergangenen Jahr von spektakulären Ergebnissen. In der Vernetzung der Fakultäten und der interdisziplinären Suche nach Forschungsergebnissen sieht er die Zukunft. Und in diesem Sinne sei man gut vorangekommen, sagte er. „Wichtig ist auch, sich international zu vernetzen und gut aufzustellen“, ergänzte Prof. Ute Habel später und gab eindrucksvolle Beispiele für die Willkommenskultur an der RWTH. Mit einem kleinen Quiz prüfte sie zudem die „internationale Kompetenz“ ihrer Zuhörer, die per Handy abstimmen konnten. Ein Verfahren, das vor allem auch deutlich machte, wie leicht die Zuhörerschaft zu beeinflussen war.

Und dass das Hauptgebäude der RWTH plötzlich ohne Gerüst, dafür aber als kunterbuntes Wandgemälde auf der Leinwand im Hörsaal erschien, gefiel allen gleichermaßen gut. Schließlich waren die Gäste auch daran ganz wesentlich beteiligt. Per W-LAN und QR-Code bekamen sie die Möglichkeit, das Hauptgebäude zu gestalten, an dem Quiz teilzunehmen und das Geheimnis hinter dem Rubbellos zu lüften.

„Ich kann die Leute begeistern und ihnen zeigen, wie wichtig die Mathematik ist“, sagte Prof. Christina Büsing, die mit dem Lehrpreis 2018 ausgezeichnet wurde. „Frauen in Mint-Bereichen sind zwar nach wie vor in der Minderheit, aber das muss ja nicht so bleiben“, meinte apl. Prof. Doris Klee, Prorektorin für Personal und Wissenschaft. „Wir führen einen stetigen Kampf, um exzellente Frauen an die RWTH zu bekommen“, sagte sie und präsentierte vier Beispiele von jungen Professorinnen, die in sogenannten Männerdomänen ganz selbstverständlich ihren Job machen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern sowie immer wieder Beispiele zeigen, wo das gelingt, seien eine wesentliche Voraussetzung, um mehr Frauen in verantwortungsvolle Posten zu bekommen: Das ist auch die Meinung von Prof. Klee.

So etwas wie ein elektronischer Klingelbeutel wäre gut, um die Arbeit des studentischen Vereins „Sodis“ zu unterstützen, meinte der Rektor, nachdem Marie-Sophie Braun und Tim Joussen ein Projekt in Bolivien vorgestellt hatten. „Wir wollen Technologien hinterlassen, die beständig sind und die die Leute vor Ort selber reproduzieren können“, sagte Braun, und das scheint auch zu gelingen. Insgesamt bot der Jahresrückblick der RWTH ein buntes Mosaik an unterschiedlichen Aktivitäten, Preisen und Forschungsgebieten. Dazu war das Ganze mit einer guten Portion Humor gewürzt, und die Combo der Big Band der RWTH Aachen sorgte für einen festlichen Rahmen.

Mehr von Aachener Zeitung