Aachen: Projekt „Medienkompetente Kitas“ wird ausgebaut

Positive Bilanz : Das Projekt „Medienkompetente Kitas“ soll weiter wachsen

Digitale Medien werden schon in der Kindertagesstätte zur Informationsquelle und zum Werkzeug: Mit diesem Ansatz startete vor einem halben Jahr das Projekt „Medienkompetente Kitas“ in der Städteregion Aachen. Nun soll das Projekt ausgeweitet werden.

Eine Vogelnest-Webcam für Naturbeobachtungen oder der Einsatz einer kleinen Action-Kamera für den Kita-Abschlussfilm: Das sind nur zwei Beispiele für den pädagogischen Einsatz von Computern in Kindertagesstätten. Das Euregionale Medienzentrum veröffentlicht solche Beispiele regelmäßig auf seiner Internetseite. Es sind ergebnisse des Projekts „Medienkompetente Kitas“. Ein halbes Jahr nach dem Start ziehen alle Beteiligten ein positives Fazit, wie das städtische Presseamt mitteilt. Das Projekt soll weiter ausgebaut werden.

Das Euregionale Medienzentrum ist eine gemeinsame Einrichtung der Stadt Aachen und der Städteregion unter Beteiligung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Die Resonanz war groß, als die zentrale Medienstelle der Region das Projekt im Bereich der frühkindlichen Medienbildung startete. Es gb Lob, aber auch Kritik. „Die meisten Vorschulkinder rezipieren Medien in der Familie bereits aktiv, das Wissen darüber, wie sie diese bewusst und kreativ als Werkzeuge einsetzen können, muss jedoch gezielt vermittelt werden“, resümiert Lara Langfort-Riepe, Leiterin des Euregionalen Medienzentrums. „Die Förderung von Medienkompetenz gehört somit in das Bildungs- und Erziehungskonzept einer Kita.“

Ähnlich wie in den Bereichen Sprache und Ernährung können Kitas durch eine sinnvolle Medienerziehung allen Kindern unabhängig ihrer medialen Erfahrung im Elternhaus gleiche Startchancen bieten. Dafür bedarf es aber zunächst einmal der Qualifizierung der Fachkräfte. In der Schulung des Medienzentrums erhalten diese nicht nur konkrete Praxisideen für den pädagogischen Einsatz von Tablets, sondern werden auch für relevante medienpädagogische Themen sensibilisiert. Erst danach bekommt die Einrichtung einen Tablet-Koffer für einige Wochen ausgeliehen. Digitale Medien können dann als Ergänzung und nicht als Ersatz bestehender Aktivitäten im Kita-Alltag integriert werden.

Der Einsatz und die Einbindung eines Tablets in den Bildungsalltag kann ganz unterschiedlich sein. So verarbeiteten beispielsweise die Kinder einer am Projekt beteiligten Kita ihre Medienerlebnisse aus dem Elternhaus durch einen selbstgedrehten Film. In einer anderen Einrichtung wurden die sprachlichen Fähigkeiten der Vorschulkinder und die Verknüpfung zwischen Wort und Bild durch ein selbstgemachtes Memory-Spiel trainiert.

„Unsere Schulung verfolgt das Ziel, solche praxistauglichen und pädagogisch wertvollen Möglichkeiten aufzuzeigen“, sagt Anna Metzger, Medienpädagogin des Euregionalen Medienzentrums. Gleichzeitig werde bei den Fachkräften die differenzierte Betrachtung des multikunfktionalen Tablet-Gerätes geschärft. Dies sei nur dadurch möglich, dass in den Gesprächen neben Ideen und Ansätzen auch Ängste und Vorbehalte thematisiert würden.

Über die Intenetseite des medienzentrums können kostenlose Fortbildungen für pädagogische Lehr- und Fachkräfte gebucht werden: www.medienzentrum-aachen.de.

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