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Aachen: Professor Hildegard Reitz im Alter von 89 Jahren gestorben

Nachruf : FH und Stadt Aachen trauern um ihre „First Lady“

Hildegard Reitz gehörte immer zu den Ersten. Sie übernahm 1984 als Rektorin der Fachhochschule Aachen nicht nur als erste Frau überhaupt in Deutschland die Leitung einer staatlichen Hochschule, von 1986 bis 1992 war sie Aachener Kulturdezernentin und damit die erste Frau , die Mitglied der Verwaltungsspitze der Stadt Aachen wurde. In der vergangenen Woche ist sie im Alter von 89 Jahren gestorben.

„Wir danken unserer ,First Lady’ für alles, was sie für uns geleistet hat“, schreibt die Fachhochschule (FH) Aachen in ihrem Nachruf. Noch bis zuletzt habe sie gemeinsam mit der FH darüber nachgedacht, wie anlässlich des Jubiläums im Jahr 2021 das Erbe von 50 Jahren FH Aachen in die Zukunft getragen werden könne.

Professor Hildegard Reitz war Mitglied des Gründungsausschusses der FH Aachen, sie wurde Dekanin des damaligen Fachbereichs Design, war Mitglied des Senats sowie Beraterin des Wissenschaftsministeriums und des Wissenschaftsrates in Grundsatzfragen für die Designstudiengänge. Bereits als Prorektorin für Studium und Lehre arbeitete sie im Rektorat der FH, 1984 übernahm sie schließlich in der Nachfolge von Gründungsrektor Professor Helmut Strehl die Leitung der FH Aachen. Nach ihrem Ausscheiden wurde sie Kulturdezernentin der Stadt Aachen.

Tief betroffen reagierte auch Oberbürgermeister Marcel Philipp. „Mit Trauer habe ich die Nachricht vom Tode unserer früheren Kulturdezernentin aufgenommen. Aachen hat ihr viel zu verdanken“, heißt es in seiner Stellungnahme.

Philipp erinnerte an die erfolgreiche Ausstellung „Vergessene Städte am Indus“, die 1987 64.000 Besucher nach Aachen lockte, ebenso an das rheinische Musikfest 1989, das 28.000 Menschen besuchten. Beide Ereignisse lagen in ihrer Zeit als Kulturdezernentin. Als solche habe sie auch neue Spielorte für kulturelle Inszenierungen wie den Innenhof der Burg Frankenberg und den Frankenberger Park oder den Hof initiiert. In ihre Amtszeit fiel auch die Grundsteinlegung und Eröffnung des Ludwig Forums für Internationale Kunst. Sie habe geholfen, den Umbau des Suermondt-Ludwig-Museums in Gang zu setzen, erinnerte der OB. Darüber hinaus habe sie sich für die Gründung der Akademie für gestaltendes Handwerk auf Gut Rosenberg eingesetzt, dessen Studienleitung sie später übernahm.

1992 wurde die gebürtige Düsseldorferin als Kulturdezernentin verabschiedet. Anschließend wechselte sie zur Fachhochschule Anhalt nach Dessau. Für ihre Verdienste wurde Reitz 1995 mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

„Wir haben einen großartigen Menschen verloren“, schreibt die FH in ihrem Nachruf. „Unsere Trauer und unser Mitgefühl gelten besonders ihrer Familie und den Angehörigen.“ Und Marcel Philipp schreibt: „Mit ihr ist eine hoch engagierte, kompetente, freundliche Persönlichkeit von uns gegangen, die wissenschaftliche Orientierung und gesellschaftliches Engagement bestens miteinander verbunden hat.“

(hr)