Aachen: Aachen-Ost: Was geht hier?

Aachen: Aachen-Ost: Was geht hier?

Fußball und Weihnachtsmarkt stehen für Deutschland, Esel und Moschee für die Türkei: Die Kinder stürzen sich auf die riesigen selbstgemalten Bilder auf dem Boden. Ein Memoryspiel der besonderen Art. Erstellt von den Schülern der Klassen zwei bis vier der katholischen Grundschule Mataréstraße.

Die 24 Bilder repräsentieren die Nationen der Schüler, die an diesem Projekt beteiligt sind. „Bei der Herstellung der Bilder haben die Schüler und ich festgestellt, dass viele Länder gleich sind“, berichtet Lehrerin Christiane Oelsen auf den Adventsbasar im Josefshaus. So wollten die deutschen Schüler auf ihren Karten Fußball und Kirche malen. Die gleiche Idee, die auch den Schülern mit polnischen Wurzeln kam.

Dieses Spiel gehört zu dem Projekt „Aachen Ost — Was geht?“ und wird veranstaltet von der katholischen Pfarrgemeinde St. Josef und Fronleichnam. „Wir wollen die Toleranz im Umgang miteinander fördern, die die Angst vor dem Fremden abbaut“, erzählt Richard Okon, Leiter der Offenen Tür Josefshaus. So steht der Toleranzbegriff im Mittelpunkt. Aber keine Theorie, sondern Lebenswirklichkeit.

Insgesamt sind fünf kleinere Projekte Teil des Ganzen. So besuchten die Kinder und Jugendliche des Josefshauses die Katholische Hochschule zu einer gesonderten Kinder-Vorlesung mit Professor Söder zum Thema „Interkulturelle Toleranz“ oder erstellten Spray-Bilder zum gleichen Thema mit dem Wort Toleranz in verschiedenen Sprachen. Ein anderes Projekt, geschaffen von den Kindern und Jugendlichen von St. Barbara, beschäftigte sich mit dem Ostviertel als Stadtteil — und wie man es kinderfreundlicher gestalten kann. Dabei beinhaltete das selbst gebaute Stadtteilmodell aus Papier und Pappe Straßen wie Barbarastraße, Zehnthofweg und Hüttenstraße.

„Die Begegnungen sollten generationsübergreifend stattfinden“, erklärt Okon und verweist auf die Senioren, die extra zum Basar gekommen sind. Eine Kindergruppe traf sich mehrmals mit den Bewohnern des Altenheims Marienlinde für verschiedene Freizeitaktivitäten. Gefördert werden diese Projekte durch den lokalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus Aachen innerhalb des Projekts „Toleranz fördern — Kompetenz stärken“. Eine Kampagne, die Anfang 2011 vom Bundesministerium für Familie ins Leben gerufen wurde.

Zuerst wird das Bild vom Kamel umgedreht, danach das der Tänzerin mit der Pyramide und schon ist das Pärchen mit der ägyptischen Flagge gefunden. „Das Memory wird nie fertig sein“ sagt Oelsen und möchte das Spiel weiterführen. Jedes Jahr kommen neue Schüler hinzu und deren Nationalitäten sollen dann auch in das Memoryspiel integriert werden.

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