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Aachen: Obdachlose werden bei Hitze in den Einrichtungen versorgt

Hitzesommer : Für Aachens Obdachlose gibt es Eis und kostenlose Getränke

Dehydrierung, Kreislaufprobleme und Verbrennungen: Die Hitze macht gerade auch Menschen ohne festen Wohnsitz zu schaffen. Im Café Plattform und auch im „Troddwar“ ist man für die heißen Tage gerüstet. Es gibt selbstgemachtes Eis und Gratis-Getränke.

Im Café Plattform wurde die Eismaschine längst in Betrieb genommen. Vor einigen Wochen haben Mark Krznaric und sein Team die Maschine angeschafft. An Tagen wie diesen, wenn das Thermometer in Aachen Rekordtemperaturen anzeigt, kommt die süße Abkühlung bei ihren Klienten gut an. Pfirsichsorbet stand diese Woche in dem Treffpunkt mit Notübernachtung für Wohnungslose auf dem Programm. Anderthalb Kilometer entfernt gibt es im „Troddwar“, der ebenfalls von der Caritas betriebenen Kontaktstelle der Suchthilfe am Kaiserplatz, Wassereis. Auf die heißen Tagen ist man vorbereitet.

Die machen naturgemäß gerade auch Menschen ohne festen Wohnsitz zu schaffen. In der Hitze schwitzen müssen sie in Aachen dennoch nicht. Im Café Plattform an der Hermannstraße sorgen Ventilatoren für eine frische Brise. Und Getränke, für die im Winter bezahlt werden muss, sind dieser Tage umsonst. Und zwar nicht nur Wasser, sondern auch hausgemachter Eistee, berichtet Krznaric. „Uns geht es darum, dass sich die Menschen wohlfühlen und wir ihnen auf Augenhöhe begegnen“, so der Leiter des Café Plattform und des „Troddwar“. Deshalb versuche man die drückende Hitze in den Anlaufstellen mit etwas Positivem zu verbinden – zum Beispiel mit Pfirsichsorbet.

Um obdachlosen Menschen an den heißen Tagen zu helfen, hat die Initiative „Pfand gehört daneben“ bei Facebook dazu aufgerufen, ihnen eine Flasche Wasser zu schenken. Ein löblicher Gedanke. Mark Krznaric möchte diesen Appell trotzdem nicht wiederholen. „Es ist immer besser, auf unsere Einrichtungen zu verweisen“, sagt er. Dort gebe es neben kostenlosen Getränken auch eine medizinische Ambulanz, in der Menschen mit Sonnenbrand behandelt werden. Präventiv gebe man auch Sonnencreme heraus. „Unsere Klienten sind normale Bürger der Stadt Aachen, die zwar einen speziellen Lebenslauf haben, aber letztlich gelten die gleichen Regeln wie bei anderen auch. Wenn wir sie anders behandeln, schaffen, wir eine Subgesellschaft, die so nicht nötig ist“, sagt Krznaric.

Deshalb ist sein Appell an diesen heißen Tagen auch allgemeiner Natur: „Wir sollten alle mit einem aufmerksamen Auge durch die Welt laufen und auf unsere Mitmenschen achten – das gilt für Wohnungslose genauso wie für Rentner.“ Sollten Menschen einen dehydrierten Eindruck machen, sollte man sie ansprechen und fragen, ob es ihnen gut geht. Wirkt der Gesundheitszustand kritisch, sollt man dann natürlich den Notruf unter der 112 rufen.

(akas)