Aachen: NRW-Stiftung fördert Herrichtung des historischen Gebäudes

NRW-Stiftung : Ein Museum für Mies van der Rohe in Aachen

Mies van der Rohe kriegt in Aachen sein eigenes Museum. Im ehemaligen Transformatorenhaus der Stawag, gleich neben dem Probenraum des Sinfonieorchesters im alten Umspannwerk, wird künftig eine Ausstellung an den berühmten Architekten und gebürtigen Aachener Ludwig Mies van der Rohe erinnern.

Möglich wird das unter anderem durch Fördermittel in Höhe von 170.000 Euro der NRW-Stiftung.

Der Zeitplan ist ehrgeizig: Bereits zum 50. Todestag des letzten Bauhaus-Direktors am 17. August 2019 soll die Schau „Bauhaus.Mies.AC – 100 Jahre Bauhaus in Aachen“ eröffnen. „Ich hoffe, dass wir das schaffen“, sagt Prof. Rudolf Bertig, Vorsitzender des Vereins Mies van der Rohe-Haus, der das Projekt komplett in Eigenregie und ehrenamtlich stemmt. Denn bisher verfügt der Verein „nur“ über ein denkmalgeschütztes Gebäude in bester Innenstadtlage, direkt am Kapuziner-Karree, das die Stawag mietfrei zur Verfügung stellt. Für die Umgestaltung zum Museum ist eine Heizung nötig, ein neuer Boden und, und und …

Umso erfreuter sind Bertig und seine Mitstreiter über eine beträchtliche Finanzspritze zu Herrichtung des 1895 erbauten Hauses. Die NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege fördert das Projekt mit 170.000 Euro. Stiftungspräsident Eckhard Uhlenberg, früherer NRW-Umweltminister und Landtagspräsident, war persönlich nach Aachen gekommen, um die offizielle Förderzusage zu überreichen. Auch das Land unterstützt die Ehrenamtler rund um das Aachener Mies-Projekt mit 80.000 Euro. Und die Stadt Aachen gibt aus ihren Mitteln für die freie Kultur 12.000 Euro dazu.

Mit dem Geld der NRW-Stiftung soll das Haus auch barrierefrei hergerichtet werden. Dieses Konzept habe die Stiftung besonders überzeugt, sagte Eckhard Uhlenberg. Die Förderung für das Aachener Mies-Projekt sei „eine der ganz großen Summen, die die Stiftung zur Verfügung stellt“, betonte er.

Der Verein Mies van der Rohe-Haus will im historischen Transformatorenhaus einerseits eine Dauerausstellung einrichten. Sie soll etwa Mies van der Rohes – nie verwirklichte – Entwürfe für eine Firmenzentrale der Vereinigten Glaswerke (Vegla) im Frankenberger Viertel zeigen, eine Rekonstruktion seines „Glasraums“, der im Rahmen der Stuttgarter Werkbundausstellung entstand, und den von Mies van der Rohe entworfenen Pavillon für die Weltausstellung 1929 in Barcelona. Die 180 Quadratmeter im Erdgeschoss des Hauses sollen aber auch als Raum für Wechselausstellungen genutzt werden. „Wir haben so viel Material über Mies“, sagt Rudolf Bertig, „da können wir noch vieles zeigen.“

Bürgermeisterin Margrethe Schmeer erinnerte an die hoch gelobte Ausstellung „Mies van der Rohe. Die Collagen aus dem MoMA“ im Jahr 2016 im Aachener Ludwig-Forum. „Nun bin ich gespannt auf ein weiteres Mies-Revival im Bauhaus-Juiläumsjahr“, sagte sie: „Das ist ein tolles Projekt, das der Verein da auf die Beine stellt.“

Weitere Informationen auch unter: www.mies-van-der-rohe-haus-aachen.de

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