Aachen: Nikoläuse klettern von der Kita Zauberschloss

Bärtige Überraschung: Kletternde Nikoläuse überraschen Kita-Kinder

Morgens um 10.20 Uhr in Aachen: Klettern ein Australier, ein Niederländer und ein Deutscher als Nikoläuse verkleidet von einem 15 Meter hohen Gebäude runter, rufen Hohoho und winken freundlich nach unten.

Was klingt wie ein Witz, wurde Wirklichkeit und hat daher keine kuriose Pointe. Die drei Männer haben 60 Kindergartenkindern einfach einen riesengroßen Wunsch erfüllt und diesen zugleich spektakulär verpackt.

Als die Kinder der Kita Zauberschloss an der Bergischen Gasse am Nikolaustag draußen im Sand spielten und geduldig auf den traditionellen Besuch des Nikolauses warteten, staunten sie nicht schlecht, als plötzlich gleich drei Nikoläuse auf dem Hausdach standen. „Habt ihr wirklich Rentiere?“, rief eines der Kinder den Männern entgegen. Die Schlittenzieher waren ja schließlich nicht zu sehen. „Das ist ja spannend“, sagte ein anderes Kind.

Alltäglich war die Aktion in der Tat nicht, normalerweise besucht der Nikolaus die Kinder durch die Eingangstür. „Wir freuen uns daher sehr, dass es so viel Engagement in der Elternschaft gibt“, sagt Kita-Leiterin Monika Palm. Denn die drei Nikoläuse haben einen guten Draht zu einigen Eltern und sind im realen Leben Berufskletterer. Gemeinsam haben Dominic Malina, Janek Bolland und Bart van de Ven in Aachen eine Firma gegründet. In der Regel klettern sie allerdings nicht verkleidet von Kitas, sondern eher auf Windräder oder Hochhäuser. Dort rücken sie immer dann an, wenn man schwindelfreie Kletterer braucht.

Nach der Kletteraktion gab es natürlich auch noch für jedes Kind eine süße Überraschung. Foto: Heike Lachmann

Um den Kindern eine Freude zu machen und auch ein bisschen Werbung für ihr kleines Unternehmen, haben sie sich die rund 15 Meter der Kita an der Fassade abgeseilt. „Normalerweise sind es eher so 100 Meter“, sagt Malina. Was für die Kletterer ein Klacks war, war für die Kinder ein Erlebnis, das sie sicher so schnell nicht vergessen werden. Denn sie durften nicht nur den Nikoläusen beim Klettern zuschauen, sondern sie nachher auch noch mit Fragen löchern und den flauschigen Umhang berühren. „Wie kommt ihr denn nachher wieder hoch?“, lautete die Frage, die ihnen am meisten Kopfzerbrechen bereitete. „Erst bekommt ihr eure Geschenke und dann sind wir leichter und kommen besser wieder rauf“, sagte der Nikolaus. Die Geschenke bestanden aus mit Mandarinen und Schokolade gefüllten Socken. Die wollten die Kinder natürlich nicht einfach so, sondern trugen zunächst ein einstudiertes Liedchen vor, untermalt vom Klang der selbstgebastelten Rasseln.

Als der Sack des Nikolauses dann aber doch leer war, saßen die Kinder glücklich und mit strahlenden Augen mit ihren kleinen Geschenken vor dem Mann in Rot. Höchste Zeit, um noch zwei weitere, dringliche Fragen loszuwerden: „Wo wohnst du, Nikolaus?“ „Ich wohne überall, bin immer unterwegs“, lautete die Antwort. „Und wo ist dein Esel?“ „Der musste leider zuhause bleiben.“ „Und warum?“ „Na ja, der kann ja nicht so gut klettern.“

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