Aachen: Neues Kurhaus soll in vier Jahren wieder eröffnet werden

Neue Zahlen : Sanierung des Neuen Kurhauses kostet 50 Millionen Euro

Was schon seit längerem befürchtet wurde, hat Klaus Schavan nun bestätigt. Im Hauptausschuss gab der Technische Leiter des städtischen Gebäudemanagements eine „seriöse Kostenschätzung“ für die Sanierung des Neuen Kurhauses bekannt, die nach allem, was man heute weiß, am Ende wohl zwischen 50,2 und 50,5 Millionen Euro liegen werde.

Die Zahlen wurden auf Grundlage der externen Untersuchung durch das Planungsbüro „Höhler + Partner“ und einer weiteren erwarteten Baupreissteigerung um jährlich rund sechs Prozent errechnet. Nach Stand der Dinge soll der denkmalgeschützte Prachtbau an der Monheimsallee in knapp vier Jahren in neuem Glanz wiedereröffnet werden. Den Auftrag will der Rat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am Mittwoch, 10. Juli, erteilen.

Die Erläuterungen im Hauptausschuss dienten der Vorbereitung der Ratssitzung, tiefergehende Diskussion sollte es ausdrücklich nicht geben, wie Oberbürgermeister Marcel Philipp erklärte. Die Meinungen zu dem kostenträchtigen Bauvorhaben sind aber ohnehin weitgehend klar: Grüne und Piraten sind strikt dagegen, solche Summen aus städtischen Mitteln aufzubringen. CDU, SPD, FDP und Linke sehen hingegen keine Alternative mehr und wollen die Sanierung nutzen, um den Kongressstandort Aachen zu stärken.

Denn auch das zeichnet sich immer deutlicher ab: Das Neue Kurhaus, in dem bis 2015 unter anderem das Spielcasino residierte, wird künftig weitgehend vom Eurogress für Seminare, Kongresse und Veranstaltungen genutzt. Noch gibt es Überlegungen, zumindest im ersten Stockwerk Fremdmieter unterzubringen, um auf diese Weise zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Der bauliche Aufwand ist dafür jedoch groß, wie Schavan am Mittwoch ebenfalls darlegte.

Denn in jedem Fall müsste ein zweiter Eingang geschaffen werden, auch müssten die unterschiedlichen Trakte baulich getrennt werden, damit sich Eurogress-Besucher und Mieter nicht ins Gehege kommen. Um bis zu 1,5 Millionen Euro könnte dies im Extremfall die Baukosten zusätzlich in die Höhe treiben. Fraglich, ob sich das rechnet. Zudem wirbt Eurogress-Chefin Kristina Wulf seit längerem intensiv dafür, alle Räumlichkeiten zu übernehmen.

Sie benötigt zusätzliche Büroräume, weil auch die Zahl der Eurogress-Mitarbeiter steigen wird. Zugleich könnten Abläufe verbessert werden, weil Platz für Künstlergarderoben geschaffen werden kann, die bislang provisorisch hergerichtet werden müssen.

Viele Detailfragen sind immer noch zu klären: Dazu zählt etwa der Einbau eines Aufzugs für den barrierefreien Zugang, der noch dazu den Anforderungen der Denkmalschützer entsprechen muss. Dazu zählen aber auch die Einbauten der WCs oder die Frage, ob die Empore im Hauptsaal wieder für Besucher zugänglich gemacht werden soll. Und stets geht es darum, Kosten möglichst niedrig zu halten. An der 50-Millionen-Marke dürfte das am Ende dennoch nur noch wenig

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