Aachen: Neben dem Stadion baut IT-Firma „topsystem“ ihre Zentrale

IT-Zentrale neben Tivoli : Software für Flughäfen statt Bauruine

Als sichtbares Zeichen für untergegangene Zivilisationen bleiben nicht selten Bauruinen. Wenn Fußballvereine untergehen, ist das bisweilen auch so. Zumindest im Fall von Alemannia Aachen. Denn das, was einst die Geschäftsstelle und das Nachwuchsleistungszentrum des damaligen Fußball-Zweitligisten werden sollte, rottet seit Jahren vor sich hin.

Gleich neben dem neuen Tivoli sollte das Gebäude vom Generalunternehmer Hellmich aus Duisburg hochgezogen werden, Alemannia sollte sich einmieten. Doch dann geriet der Fußballclub bekanntlich in finanzielle Schieflage. Am Ende stand der Absturz in die Regionalliga. Der Bau wurde im Mai 2010 gestoppt. Alle Anläufe, mit dem Rohbau doch noch etwas Sinnvolles anzufangen, scheiterten. Bis jetzt. Denn nun soll sozusagen aus den Ruinen doch noch etwas ganz Neues auferstehen.

Knapp eine Million Euro

Die Stadt ist sich in Verhandlungen mit einem Kaufinteressenten für das etwa 5000 Quadratmeter große Areal einig geworden. Dabei handelt es sich nach Informationen unserer Zeitung um das aufstrebende IT-Unternehmen „topsystem“, das derzeit noch im Gewerbegebiet Aachener Kreuz in Würselen zu Hause ist und einer Vorlage für den Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss zufolge rund 100 Mitarbeiter beschäftigt. In den kommenden Jahren soll sich die Zahl gar verdoppeln. Sie sollen dann in einem schmucken Neubau – Planskizzen zeigen ein schörkelloses, modernes Gebäude mit einer Alu-Glas-Fassade – Platz finden.

Den Ausführungen der Verwaltung nach soll es auf 4000 Quadratmetern Büroflächen geben, von denen das Systemhaus rund die Hälfte nutzen und andere Flächen vermieten wolle. Der Kaufpreis für das Grundstück liegt demnach bei knapp unter einer Million Euro. Allerdings befinden sich dort noch besagte Ruinen. Die Bodenplatte und die bereits errichteten Rohbauteile seien jedoch nicht mehr nutzbar und müssen mithin vom neuen Eigentümer abgerissen werden.

„topsystem“, 1995 gegründet, ist insbesondere Spezialist bei IT-Lösungen für Flughäfen und in der Logistikbranche. Zu den Kunden gehört zum Beispiel der Flughafen Düsseldorf. Einer der Geschäftsführer ist Marco Ehrhardt, der unter anderem auch Direktor der Sadaf Immobilien AG in der Schweiz ist, die das Gebäude errichten und dann unter anderem an „topsystem“ vermieten werde. Laut Stadt müsse binnen eines Jahres nach dem Kauf – dieser soll Anfang 2020 vollzogen werden, wobei ein Bauantrag auch schon vorher gestellt werden könne – begonnen werden.

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