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Aachen: Nach Übernahme kein klassisches Krankenhaus mehr

Logistische Herausforderung : Franziskushospital bleibt über die Feiertage zu

Das Franziskushospital wird am Ende des Jahres für zwei Wochen geschlossen. Der neue Besitzer, das Universitätsklinikum der RWTH Aachen will das Profil des Hauses schärfen und wandelt es um. Es ist dann kein klassisches Krankenhaus mehr.

Dass in Deutschland etliche Krankenhäuser kaum überlebensfähig sind, haben bereits mehrere Studien festgestellt. Ergo: Viele werden auf kurz oder lang schließen (müssen). Alternative: Sie werden von anderen Häusern „geschluckt“ und/oder in ihren Arbeitsschwerpunkten neu aufgestellt. Letzteres trifft auf das traditionsreiche Aachener Franziskushospital am Morillenhang zu. Geschlossen wird es darüber hinaus auch, allerdings nur für rund zwei Wochen.

Mitte des Jahres hatte das Uniklinikum mitgeteilt, man werde das Franziskushospital zum Jahreswechsel übernehmen. Kooperationen hatte es schon lange zuvor zwischen beiden Krankenhäusern gegeben. Seit 2011 war die Marienhaus-Gruppe Trägerin. Die Franziskanerinnen aus dem rheinland-pfälzischen Waldbreitbach, die es 1962 übernommen hatten, überführten das Hospital wie alle ihren anderen Einrichtungen seinerzeit in die gleichnamige Stiftung. Nun trennt man sich vom Aachener Haus.

Der Wechsel ist mit einigen logistischen Herausforderungen verbunden. So müsse beispielsweise die IT mit jener des Klinikums kompatibel gemacht werden, wie Klinikumssprecher Mathias Brandstädter auf Anfrage sagt. Die Speise- und Wäscheversorgung werde zudem demnächst vom Klinikum aus erfolgen. Man arbeite gerade an den entsprechenden organisatorischen Vorbereitungen. Wegen der Umstellungen ist geplant, die Patientenversorgung im Franziskushospital über den Jahreswechsel komplett einzustellen.

Derzeit gehe man von einer Schließung zwischen 22. Dezember und 5. Januar aus. Das bedeutet logischerweise, dass dann keine Patienten mehr am Morillenhang vorhanden sein dürfen. In der Zeit um Weihnachten und Neujahr seien ohnehin gewöhnlich weniger Patienten im Krankanhaus. Zudem werde man die Schließung bereits bei den Neuaufnahmen berücksichtigen. Noch vorhandene Patienten werden wohl ins Klinikum wechseln.

Zu erwarten ist, dass das Franziskushospital in Zukunft nicht mehr in der bisherigen Grund- und Regelversorgung tätig und somit auch kein klassischer Teil der Aachener Krankenhauslandschaft insbesondere in der Akutmedizin sein wird. „Wir arbeiten daran, das Leistungsangebot des Standorts nun eng mit dem der Uniklinik abzustimmen, um Synergien zu schaffen“, sagt Mathias Brandstädter. Dazu gehöre „auch eine Schärfung des Profils ergänzend zu den bereits bestehenden Schwerpunkten wie Orthopädie, Geriatrie, Urologie und Dermatologie sowie Plastische Chirurgie“. Man werde das „finale Konzept“ der Öffentlichkeit noch zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen, so der Klinikumssprecher. Seitens der Direktion des Franziskushospitals hieß es im Juli, dass mit der Übernahme keine Arbeitsplatzverluste einhergehen. Das Franziskushospital beschäftigt rund 380 Mitarbeiter und hat bislang knapp 150 Betten.