Aachen: Musikverein Hahn spielt live zum eigenen Film

Orchester : Musikverein Hahn spielt live zum eigenen Film

Filmmusik ist bisweilen keine Neuheit in der Orchestermusik, auch nicht beim Musikverein Hahn. Aber ein Film, der parallel zum spielenden Orchester läuft? Das ist alles andere als selbstverständlich.

Filmmusik ist bisweilen keine Neuheit in der Orchestermusik, auch nicht beim Musikverein Hahn. Aber ein Film, der parallel zum spielenden Orchester läuft? Das ist alles andere als selbstverständlich. So geschehen ist es beim Frühlingskonzert des Musikvereins Hahn, das jetzt in der Gesamtschule Aachen-Brand stattfand. Etwa 400 Gäste waren gekommen, um sich musikalisch auf den Frühling einstimmen zu lassen und einer Mischung aus Film-, Pop- und traditioneller Musik zu lauschen.

Den Anfang machte das Jugendorchester unter der Leitung von Iris Kutsch mit Stücken wie „The Prince of Egypt“ oder „Caucho“, bei dem vor allem die Posaunen und mit ihnen das Blasorchester dominierten. Kurz vor der Pause stand dann die besagte Neuheit an: Der 15-jährige Lukas Schröter dirigierte das Jugendorchester parallel zu dem von ihm selbst gedrehten Film, der von der kurz vor der Aufführung gestohlenen Partitur handelt und einem Detektiv, der die Noten in einer hitzigen Verfolgungsjagd kurz vor Beginn des Konzerts wohlbehalten zurückbringen kann.

Nach der Pause dann marschierte schließlich das Große Orchester auf die Bühne. Neben Stücken wie „La La Land“ aus dem gleichnamigen Film und der „Sinfonietta Nr. 2“ von Felix Neuböck spielte das Orchester auch gleich zwei Stücke des niederländischen Komponisten Jacob de Haan – was wohl kaum Zufall gewesen sein dürfte. Denn einige Wochen zuvor hatte das Große Orchester die Möglichkeit, einen Tag mit dem berühmten Dirigenten und Komponisten zu proben.

Und er dürfte damit auch zum Erfolg dieses Frühlingsabends beigetragen haben, wie Musikerin und Pressebeauftrage Jana Luisa Breuer erzählte. „Er hat uns gezeigt, ein noch feineres Gefühl für die Musik zu entwickeln – und wie wir uns noch besser auf sie einlassen können“, sagte Breuer. „Denn Musik ist nicht einfach nur schön. Sie drückt etwas aus, erzählt eine Geschichte!“ Das bewies auch Martina Breuer-Hansen, die in der Zugabe mit dem Klarinettensolo „Sing, Sing, Sing“ brillierte.

Im kommenden Jahr soll dann ein noch größeres Fest anstehen, wenn der Musikverein seinen 60. Geburtstag feiert.

Mehr von Aachener Zeitung