Aachen: Musikalischer Stadtspaziergang zum Weltkindertag

Weltkindertag : Zahlreiche Kinder fordern mit Rap ihre Rechte ein

„Wir sind Kinder einer Welt auf dem bunten Erdenball“, sangen Kinder und Erwachsene voller Leidenschaft. Zum Weltkindertag, der insbesondere auf die Kinderrechte aufmerksam machen will, trafen sich Kita-Kinder aus ganz Aachen zu einem musikalischen Stadtspaziergang im Elisengarten.

„Partizipation ist schon in den Kitas ein ganz großes Thema“, sagt Dorothee Beckers von der Kita Franz-Wallraffstraße als eine der Organisatorinnen. Und dieser Tag biete den Kindern den idealen Rahmen, um auf ihre Rechte aufmerksam zu machen. Das Recht auf Bildung, das Recht, nicht zu arbeiten, oder das Recht auf ein gesundes Leben sind nur einige Beispiele für die Punkte, die den Kindern offenbar besonders wichtig sind.

Laut Dorothee Beckers und Sandy Koksch-Michel (Kita An der Rahemühle) sind die Jungen und Mädchen in höchstem Maße sensibilisiert für Gerechtigkeit. Und nachdem sie im Elisengarten die Bühne gerockt hatten, wanderten sie schließlich über die Kremerstraße in Richtung Marktplatz. „Kinder haben Rechte, das müsst ihr versteh’n. Deshalb werden wir auf die Straße geh’n“, rappten sie während ihres musikalischen Spaziergangs durch die Innenstadt. „Wir gestalten uns die Welt, wie sie uns gefällt“, war ein weiterer Refrain, der bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen gut ankam. Rund 400 kleine und große Leute bewegten sich in einem schmalen Zug bis zum Marktplatz. Und dort wurden sie von Bürgermeister Norbert Plum und Darius Dunker, Landeselternbeirat der Kitas NRW, empfangen.

Beeindruckt zeigte sich Plum: „Ich möchte euch danken, dass ihr schon so jung für eure Rechte eintretet, und hoffe, dass ihr das auch in Zukunft tut. Aachen kann stolz auf euch sein.“ Der „stolze Opa“ Plum weiter: „Ich hoffe, dass ihr später, wenn ihr groß seid, Kindern, denen es nicht so gut geht wie uns, eine Zuflucht gebt.“ Auch der Vorsitzende des Landeselternbeirats, Darius Dunker aus Aachen, war auf den Markt gekommen, um den Kindern zu danken: „Es ist ganz wichtig, dass ihr eure Meinung sagen könnt und dass diese auch berücksichtigt wird. Ihr habt ein Recht darauf, ein gutes und gesundes Leben zu führen. Das sind wir Erwachsenen euch schuldig.“

Dass die Redner hoch oben auf der Bühne sprechen konnten, war laut Organisationsteam ein reiner Glücksfall. Die Bühnen wurden fürs September Special aufgebaut und durften für die Kundgebung der Kita-Kinder genutzt werden. „Die Kinder lernen bei dieser Veranstaltung, dass sie mit ihrem Handeln etwas bewirken können“, sagen die Erzieherinnen. Sie haben diesen Tag in den Kitas gründlich vorbereitet und dabei einmal mehr festgestellt, wie interessiert ihre Schützlinge auch an politischen Themen sind: So interessiert sie eben auch der Klimawandel. Das Recht, gesund zu leben, ist ihnen folgerichtig ganz besonders wichtig.

Musikalisch begleitet wurde der Zug von Künstlern der Musikfabrik wie beispielsweise Yann Le Roux (Lagerfeuer).

In den Kindertagesstätten ist der Weltkindertag seit langem ein wichtiges Thema. Doch die Idee, diesen Tag gleichzeitig zu nutzen, um der Öffentlichkeit zu zeigen, welche Wünsche und Bedürfnisse Kinder haben, ist eine Besonderheit – und kam von den Kindern. Im Alltag kommen Heranwachsende immer wieder in Berührung mit aktuellen gesellschaftlichen Themen wie Klimawandel, Gesundheit oder kulturelle Vielfalt. Häufig verstehen sie aber nicht, was damit gemeint ist. Die daraus entstehende Neugier bietet den pädagogischen Fachkräften in den Kindertagesstätten die Möglichkeit, ihre Bildungsgrundsätze im Zuge von spielerischen Entdeckungstouren umzusetzen. So erleben die Kinder beispielsweise, dass ihr Handeln etwas bewirken kann.

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