Aachen: Medienzentrum stellt gute Beispiele zur Medienerziehung vor

Kindertagesstätte Rokoko: Eine Wetterstation für die Kita-Kinder

Wenn die Kinder der Kindertagesstätte Rokoko in Aachen-Rothe Erde wissen wollen, ob es draußen regnet, dann können sie – klar – aus dem Fenster gucken. Sie können aber auch auf dem Bildschirm nachschauen, was ihre Wetterstation dazu sagt.

Eine digitale Wetterstation in der Kita, das klingt erst mal wie eine nette Spielerei, ist aber ein Stück Medienerziehung. Das Euregionale Medienzentrum stellt das Projekt aus der Robert-Koch-Straße als eins von sechs guten Praxisbeispielen aus Kitas in der Städteregion vor: Medienerziehung zum Nachmachen.

Schon vor anderthalb Jahren sind die Kinder der Kita Rokoko unter die Wettbeobachter gegangen. Willy Küches, Hobby-Meteorologe aus Aachen-Brand, hatte damals Spenden für die Kindertagesstätte gesammelt. „Das Geld haben wir für eine Wetterstation genutzt“, sagt Kita-Leiter Michael Fegers. Am Bildschirm lassen sich die Wetterdaten mittlerweile in jeder Kita-Gruppe abrufen. Küches kümmert sich auch um die Wartung der Anlage.

An ihrer Wetteranzeige im Gruppenraum können sie aber ablesen, warum sie eine warme Jacke anziehen sollten, wenn sie mit den Kita-Hunden Paul und Jussi rausgehen. „Die Kinder lernen auf diese Weise, dass digitale Medien nicht nur für Spiel und Unterhaltung da sind, sondern als Informationsquelle genutzt werden können“, erläutert Anna Metzger, Medienpädagogin des Euregionalen Medienzentrums. „Studien belegen, dass das Kindern auf ihrem weiteren Bildungsweg hilft“, sagt Lara Langfort-Riepe, Leiterin des Medienzentrums. „In jungen Jahren entscheidet sich bereits, wie Kinder später mit Medien umgehen.“

„Eine tolle Sache“

„Die Wetterstation ist eine tolle Sache“, bilanziert Kita-Leiter Michael Fegers. Sie werde auch gut von den Kindern genutzt. Wetterbeobachtung kann ziemlich spannend sein. Als Orkantief Friederike beispielsweise vor gut einem Jahr über der Region tobte, verfolgten die Kinder in der Kita in Echtzeit die Windgeschwindigkeit.

Gemeinsam mit Willy Küches hat Michael Fegers Kinderbücher zu Wetter und Jahreszeiten zusammengestellt. „Damit können wir das Thema altersentsprechend weiter bearbeiten.“ Die Computer hat er aber auch schon für andere Projekte eingesetzt und die Kinder per Webcam beobachten lassen, wie in der Kita Küken aus den Eiern schlüpften.

Heinrich Brötz, Leiter des städtischen Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule, ließ sich am Dienstag ebenfalls in der Kita Rokoko die Wetterlage erklären. „Kindertagesstätten sind Bildungseinrichtungen“, betont er, „und da gehört die digitale Bildung dazu. Das Projekt setzt bei der Lebenswelt der Kinder an. Das gefällt mir sehr.“

„Wetterfrosch“ Willy Küches, der stets die aktuellen Wettertrends im Blick hat, konnte am Dienstag frühlingshafte Trends verkünden. Schon am Mittwoch, sagt er, werde Hoch Dorit für bis zu sechs Sonnenstunden sorgen. „Und am Wochenende kriegen wir Sonne von morgens bis abends und 14 bis 17 Grad.“ Die Daten für die Prognose kommen auch von der Wetterstation der Kita.

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