Aachen: Marienhospital unterstützt Projekt Wünschewagen

Übernachtung im Marienhospital : Tom und Ronny fahren mit dem Wünschewagen zur Formel 1

Zwei unheilbar kranke junge Männer, beide Anfang 30, sind am Wochenende aus Jena und Dresden ins Marienhospital Aachen gebracht worden, um dort in medizinscher Obhut zu übernachten. Am Sonntag wurde dann ihr großer Traum wahr: Als Zuschauer waren Tom und Ronny beim Formel 1-Grand Prix im belgischen Spa-Francorchamps dabei. Möglich wurde diese Reise durch den Wünschewagen.

Unheilbar kranken Menschen einen letzten Lebenstraum erfüllen: Das ist das Ziel des Projekts Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). Allein aus Spendenmitteln und mit Hilfe zahlreicher ehrenamtlicher Unterstützer hat das ASB-Wünschewagen-Team schon viele Schwerkranke glücklich gemacht. Einer der ehrenamtlichen Helfer ist Benjamin Michael Koch, Vorstand der Katholischen Stiftung Marienhospital Aachen. Wie die Stiftung mitteilt, hat er schon einige Einsätze unterstützt und war nun Mitinitiator der Aktion für die beiden Männer in Kooperation mit dem Wünschewagen Sachsen.

Mit zwei Wünschewagen, hinter denen sich hochmoderne medizinische Rettungswagen verbergen, wurden Tom und Ronny von Dresden nach Aachen gefahren. Beide leiden an der Erbkrankheit Progressive Muskeldystrophie und sind bereits Palliativpatienten, die künstlich beatmet werden müssen. „Dies war natürlich kein Einsatz wie jeder andere“, berichtet Benjamin Michael Koch. „Eine Unterbringung in einem Hotel wäre beispielsweise undenkbar gewesen. So stand für uns schnell fest, dass wir den beiden Männern und ihren Pflegekräften die Übernachtung im Marienhospital Aachen ermöglichen.“

Nach einer zwölfstündigen Fahrt kam die neunköpfige Truppe am Samstagabend etwas erschöpft, aber dennoch glücklich im Marienhospital an. „Mein Sohn Tom hat die Tage runtergezählt und konnte vor Aufregung zuletzt nicht mehr schlafen“, erzählte sein Vater bei der Ankunft in Burtscheid. Auch die Mutter von Ronny berichtete, dass ihr Sohn seinem großen Traum entgegengefiebert habe. „Ganz nah dran zu sein an der Rennstrecke und an ihrem Idol Sebastian Vettel, das ist etwas Einmaliges, und dafür sind wir dem Wünschewagen-Team unendlich dankbar.“ Und so wurde das Rennen in Spa für die beiden Männer und ihre Familien ein unvergessliches Erlebnis, das sie auf einer speziell hergerichteten Tribüne verfolgen konnten. Nach dem Ausflug zur Formel 1 wurden die beiden Patienten wieder ins Marienhospital gebracht und traten am Montagmorgen die Rückreise in ihre Heimat nach Sachsen an.

Benjamin Michael Koch ist seit Ende 2018 als ehrenamtliches Mitglied für den ASB-Wünschewagen Rheinland mit von der Partie. „Auf meiner ersten Fahrt haben wir einem Großvater die Teilnahme an der Hochzeit seines Enkels ermöglicht. Das waren schon große Emotionen“, erinnert sich der Vorstand. „Ich habe in meinem Leben bisher viel Glück erfahren dürfen. Deshalb ist es für mich ganz persönlich ein Herzensanliegen, auch etwas an Menschen zurückzugeben, die in einer sehr schweren Lebenssituation sind. Das Ehrenamt beim Wünschewagen gibt mir die Möglichkeit hierzu.“

Seit 2014 erfüllt das Projekt schwerstkranken Menschen einen besonderen Herzenswunsch und fährt sie mit ihren Familien und Freunden noch einmal an ihren Lieblingsort. 1500 Wünsche haben die rund 1300 freiwilligen Wunscherfüller bereits wahr werden lassen.

www.wuenschewagen.de

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