Aachen: Ludwig Forum und Suermondt-Ludwig-Museum sollen die Kräfte bündeln

Kultur in Aachen : Neuer Schulterschluss für die großen Museen

Die seit langem geführte Debatte um die Schaffung einer neuen Position zur zentralen Organisation der Aachener Museumslandschaft dürfte in Kürze neue Fahrt aufnehmen – insbesondere zur Koordination der Aktivitäten im Ludwig Forum und im Suermondt-Ludwig-Museum.

Mal war die Rede von einer „Intendanz“, mal von einer „selbstständigen Verwaltungseinheit außerhalb des Kulturbetriebs“, wie es in einem gemeinsamen Antrag der Ratsfraktionen heißt.

In der nächsten Sitzung des städtischen Kulturausschusses präsentiert der Kulturbetrieb nun ein Konzept, das den jüngsten Forderungen der Politik Rechnung tragen soll (10. September, 17 Uhr, Suermondt-Ludwig-Museum, Wilhelmstraße 18).

Aktuell geworden waren die Überlegungen zuletzt vor allem aufgrund des Umstands, dass die Direktorenstelle im Forum derzeit vakant ist und auch im Suermondt-Ludwig-Museum demnächst ein Wechsel an der Spitze ansteht. So drängte sich die Frage auf, ob man einen gemeinsamen Chefposten für beide Häuser installieren könnte. Die Verwaltung hält es dagegen für erforderlich, weiterhin eine jeweils eigene Leitung zu gewährleisten.

Zwei neue Direktoren gesucht

Die Ausschreibung für die Nachfolge von Andreas Beitin auf dem Chefsessel des Forums soll ebenfalls in der Sitzung am 10. September auf den Weg gebracht und in zwei bis drei Monaten veröffentlicht werden, erklärte Irit Tirtey, stellvertretende Leiterin des Kulturbetriebs, auf Nachfrage. Der Leiter des Suer-
mondt-Ludwig-Museums, Peter van den Brink, scheidet spätestens 2022 aus dem Amt – zurzeit läuft sein Vertrag allerdings lediglich bis 2020, über eine Verlängerung werde derzeit verhandelt, bestätigte Tirtey.

Gleichwohl könnten „die beiden herausragenden Kunstmuseen, welche vertraglich und testamentarisch mit der Peter- und Irene-Ludwig-Stiftung verbunden sind (…), in einem eigenen Geschäftsbereich ,Ludwig Museen‘ zusammengefasst werden“, der dem Kulturbetrieb als eigenständige Organisationseinheit zugeordnet werden möge. Eine entsprechende Stelle sei im städtischen Etat für 2020 bereits vorgesehen.

Die Federführung bei der inhaltlichen Koordinierung des gemeinsamen Geschäftsbereichs soll zunächst die Leitung des Ludwig Forums übernehmen. Eine Fülle wichtiger Aufgaben wie Auftragsvergaben, Budgetkontrolle, Bestellwesen, Personalplanung, Aufbau eines Qualitätsmanagements sowie nicht zuletzt Marketing könnten so aus einer Hand gesteuert werden. Damit werde „ein effizienteres Verwaltungshandeln und die Vermeidung von Planabweichungen“ sichergestellt. Denn in jüngerer Zeit hatten Politiker und Rechnungsprüfer mehrfach Kritik am Finanzgebaren seitens der (ehemaligen) Leiter beider Häuser geübt.

Dass in der Kulturverwaltung auch darüber hinaus dringend weitere Mitarbeiter eingestellt werden müssten, ist allerdings weitgehend Konsens. Daher wird vorgeschlagen, eine zusätzliche halbe Stelle als „Vertretung der Leitung“ im Ludwig Forum einzurichten. Zudem solle eine bislang zur Hälfte von der Ludwig-Stiftung finanzierte Kuratorenstelle künftig komplett aus städtischen Mitteln bezahlt werden. Auch für diese Aufgabenbereiche seien entsprechende Positionen bereits im nächsten Haushalt vorgesehen.

Ferner sei die Schaffung einer befristeten Stelle zur digitalen Aufarbeitung der Museumsbestände wünschenswert und erforderlich. Und: Auch die Einrichtung einer eigenständigen Marketingabteilung für den Kulturbetrieb, wie es sie vor einigen Jahren schon einmal gegeben habe, sei empfehlenswert, um „neue wirksame Formate über die Grenzen der einzelnen Häuser hinweg“ zu entwickeln.